Vor der Küste von Kemer hat ein umfassendes Projekt zum Schutz und zur Wiederherstellung des marinen Ökosystems begonnen. Im Gebiet Üç Adalar vor dem Ortsteil Tekirova sollen die Unterwasserwelt und die Artenvielfalt systematisch erfasst, überwacht und durch gezielte Restaurierungsmaßnahmen gestärkt werden.
Grundlage ist ein Kooperationsabkommen zwischen der Provinzverwaltung Antalya und dem Verein Deniz Yaşamını Koruma Derneği (DYKD). Zum Auftakt der Arbeiten kamen unter anderem der Gouverneur von Antalya, Hulusi Şahin, der Kemerer Bezirksgouverneur Ahmet Solmaz, Kemers Bürgermeister Necati Topaloğlu sowie Vertreter der Küstenwache, der Gendarmerie und des Umweltministeriums zusammen.
Unterwasserwelt wird kartiert
Nach Angaben von Gouverneur Şahin werden die Arbeiten im Rahmen der Initiative „Antalya Mavi Akdeniz“ bereits seit Jahresbeginn vorbereitet. Biologen und Wissenschaftler untersuchen zunächst das marine Leben, erfassen die Artenvielfalt und erstellen eine detaillierte Kartierung des Gebiets.
Die gesammelten Daten sollen digital erfasst und in das vom DYKD entwickelte System „Mavi Atlas“ übertragen werden. Auf diese Weise sollen die wissenschaftlichen Erkenntnisse auch Forschungseinrichtungen zur Verfügung gestellt werden. Gleichzeitig beginnen vor Ort aktive Maßnahmen zur Wiederherstellung des marinen Ökosystems.
Fischerei in Üç Adalar verboten
Für das Schutzgebiet wurde zudem eine rechtliche Grundlage geschaffen: Die Fischerei ist in Üç Adalar inzwischen verboten. Dadurch soll verhindert werden, dass die Restaurierungsmaßnahmen durch menschliche Aktivitäten wieder beeinträchtigt werden.
„Wenn wir den Schutz nicht gewährleisten können, würden all unsere Arbeiten ihre Bedeutung verlieren“, erklärte Şahin. Die Schutzmaßnahmen sollen deshalb konsequent umgesetzt werden.
Stationen in Tekirova und Çıralı geplant
Das Projekt ist langfristig angelegt und soll auch von Land aus unterstützt werden. Dafür sind zwei Stationen in Tekirova und Çıralı geplant. Von dort aus sollen die laufenden Untersuchungen und Schutzmaßnahmen begleitet werden.
DYKD-Vorsitzender Volkan Narcı erklärte, dass die Organisation inzwischen mit eigenen Booten, Stationen und Fahrzeugen mit den Restaurierungsarbeiten begonnen habe. Dabei sollen neben wissenschaftlichen Untersuchungen auch Bürgerwissenschaft und die Zusammenarbeit mit Universitäten eine Rolle spielen.
Nach Angaben von Narcı orientiert sich das Projekt an erfolgreichen Meeresschutzmaßnahmen in der Marmararegion. Die Arbeiten in Üç Adalar sollen weiter ausgebaut und in den kommenden Tagen detaillierter vorgestellt werden.