Invasiv, aber lecker: Blauer Krebs erobert die Speisekarten in Antalya

Bilder: DHA
28.09.2026 – 17:00 Uhr

Der ursprünglich an der Westküste des Atlantiks beheimatete Blaue Krebs breitet sich zunehmend im Mittelmeer aus. In der Türkei gilt er als invasive Art und kann mit seinen kräftigen Scheren Fischernetze beschädigen. Gleichzeitig wird er wegen seines Geschmacks und seines wirtschaftlichen Werts immer beliebter – auch in der Küche.

Besonders an der Küste des Antalyaer Bezirks Demre steigt das Interesse an dem Meerestier. Dort wird der Blaue Krebs vor allem in Lagunen und küstennahen Gewässern gefangen und anschließend in Restaurants und an Fischständen angeboten.

 

 

Invasive Art mit wirtschaftlichem Wert

Der Blaue Krebs ist heute in zahlreichen Regionen des Mittelmeers verbreitet und wird auch im System des türkischen Landwirtschafts- und Forstministeriums als invasive Art geführt. Als vielseitiger Jäger ernährt er sich von zahlreichen Beutetieren.

Für Fischer kann er zum Problem werden: Mit seinen kräftigen Scheren kann der Krebs Netze beschädigen oder sogar unbrauchbar machen. Zudem frisst er Tiere, die sich bereits in den Netzen verfangen haben, und kann dadurch zusätzliche wirtschaftliche Verluste verursachen.

Gleichzeitig wird der Krebs in mehreren Mittelmeerländern gezielt gefangen. Die Fischerei soll dazu beitragen, seine Population zu kontrollieren und die Art zugleich wirtschaftlich zu nutzen.

Vom Lagunenfang auf den Teller

Der seit 15 Jahren in Demre tätige Koch Harun Kaya berichtet, dass der Blaue Krebs vor allem in Bereichen vorkommt, in denen Süß- und Salzwasser zusammentreffen. Nach seinen Angaben halten sich die Tiere nicht dauerhaft an einem Ort auf, sondern kommen insbesondere während der Fortpflanzungszeit in bestimmte Gebiete und ziehen anschließend weiter.

Kaya weist auch auf die Kraft der Tiere hin. Wer eine Hand in eine Schere bekommt, könne sich ernsthaft verletzen, da der Krebs nicht ohne Weiteres loslasse.

Die Fischer fangen die Tiere mit unterschiedlichen Ködern und Fanggeräten. Gerät ein Blauer Krebs in ein Fischernetz, können seine Scheren das Netz erheblich beschädigen.

 

 

Gegrillt oder gekocht

In Demre landet der Krebs inzwischen zunehmend auf den Tellern. „Er ist ausgesprochen lecker“, sagt Kaya. In seinem Restaurant wird er meist gegrillt zubereitet, auf Wunsch auch gekocht.

Beim Grillen müsse darauf geachtet werden, dass das Fleisch nicht austrocknet. Gekochter Blauer Krebs lasse sich dagegen etwas leichter essen. Auch kalt könne er problemlos verzehrt werden.

Eine Portion besteht je nach Größe aus zwei oder drei Krebsen und kostet rund 750 Türkische Lira. Der Blaue Krebs wird dabei sowohl als warme Speise als auch als Beilage zu Getränken serviert.

Auch Touristen probieren ihn gerne

Nach Angaben des Kochs hat das Interesse in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Gäste aus der Türkei oder aus dem Ausland kommen.

„Die meisten Gäste, die zum Probieren kommen, essen den Blauen Krebs“, berichtet Kaya. Auch russische Touristen würden ihn gerne bestellen. Die meisten, die ihn probieren, seien von seinem Geschmack angetan.

So wird aus einer ursprünglich nicht heimischen und für Fischer problematischen Art zunehmend ein gefragtes Produkt der regionalen Küche.