Hightech für den Artenschutz: Belek stattet Meeresschildkröten mit Satellitensendern aus

Bilder: DHA
21.07.2026 – 14:00 Uhr

An der türkischen Mittelmeerküste wurden drei bedrohte Unechte Karettschildkröten (Caretta caretta) mit Satellitensendern ausgestattet. Die Geräte sollen neue Erkenntnisse über die Wanderwege und Lebensräume der Tiere liefern. Gleichzeitig erhielten drei Hotels erstmals eine Auszeichnung für ihr Engagement im Meeresschildkrötenschutz.

Die Aktion fand am berühmten Niststrand von Belek bei Antalya statt, einem der wichtigsten Brutgebiete der Caretta caretta im Mittelmeer. Das seit 32 Jahren laufende Schutzprojekt wird von der Gesellschaft für Ökologische Forschung (EKAD) mit Unterstützung der Tourismusbranche und der zuständigen Ministerien durchgeführt.

 

 

Die drei ausgewachsenen Meeresschildkröten wurden nach ihrer Ausrüstung mit Satellitensendern wieder ins Meer entlassen. Die Sender im Wert von jeweils rund 5.000 US-Dollar wurden von drei Hotels finanziert. Als Anerkennung erhielten die Tiere die Namen „Robin Turtle“, „Crystal“ und „DOA“, angelehnt an ihre jeweiligen Sponsoren.

Mit den Sendern wollen die Wissenschaftler die Wanderungen der Schildkröten, ihre Nahrungsgebiete sowie ihre Überwinterungsplätze genau dokumentieren. Die gewonnenen Daten sollen helfen, wichtige Lebensräume der bedrohten Tiere langfristig besser zu schützen.

Im Rahmen der Veranstaltung wurden die beteiligten Hotels zudem als erste Betriebe in der Türkei mit dem Zertifikat „Meeresschildkrötenfreundlicher Tourismus“ ausgezeichnet. Das Programm wurde 2024 mit Unterstützung der TUI Care Foundation ins Leben gerufen und soll künftig auf weitere Urlaubsregionen wie Antalya und Manavgat ausgeweitet werden.

Nach Angaben von EKAD-Präsident Dr. Ali Fuat Canbolat sind in der Region Antalya inzwischen neun Meeresschildkröten mit Satellitensendern unterwegs. Erste Auswertungen zeigen bereits interessante Unterschiede im Wanderverhalten: Während einige Tiere weite Strecken zurücklegen, bleiben andere über lange Zeit in denselben Meeresgebieten.

Die Freilassung der Schildkröten wurde von zahlreichen Urlaubern aus verschiedenen Ländern verfolgt, die das Naturschauspiel mit ihren Smartphones festhielten.