Nach den traditionellen Hıdırellez-Feiern in Antalya haben Taucher zahlreiche Wunschzettel, Plastiktüten und rote Stoffbeutel vom Meeresboden eingesammelt. Die ins Wasser geworfenen Wünsche sollten eigentlich Glück, Gesundheit und Wohlstand bringen – stattdessen sorgen sie zunehmend für Umweltprobleme.

Beim Hıdırellez-Fest, das jedes Jahr in der Nacht vom 5. auf den 6. Mai gefeiert wird, werfen viele Menschen ihre Wünsche in roten Beuteln oder wasserfesten Tüten ins Meer. Der Brauch symbolisiert Hoffnung, Frühling und Neubeginn.
Der Taucher Hüseyin Fırat berichtete, dass er bei einer Reinigungsaktion dutzende Wunschzettel vom Meeresgrund geborgen habe. Zwischen normalem Müll fanden sich Wünsche nach Häusern, Autos, Handys, Heirat, Kindern oder „grenzenlosem Geld“. In vielen Beuteln lagen zusätzlich 1-Lira-Münzen – insgesamt sammelte der Taucher 58 Lira ein.
Besonders problematisch seien die verwendeten Materialien: Plastiktüten, beschichtetes Papier, Schleifen und Stoffreste würden das Meer verschmutzen und sich nur schwer zersetzen. Einige Menschen hätten sogar Steine in die Beutel gelegt, damit die Wünsche nicht an den Strand zurücktreiben.

Die Reinigungsarbeiten fanden vor allem im Bereich des Konyaaltı Varyant und rund um den Atatürk Parkı statt. Laut den Tauchern bedecken die Überreste der Hıdırellez-Rituale inzwischen große Teile des Meeresbodens.
Umweltschützer appellieren deshalb an die Bevölkerung, traditionelle Bräuche umweltfreundlicher zu gestalten und auf Plastik oder andere schwer abbaubare Materialien zu verzichten.