Gemeinsam gegen die Plastikflut: Touristen und Einheimische säubern abgelegene Bucht in Antalya

31.07.2026 – 14:00 Uhr

Antalya – Rund 100 Freiwillige haben an der türkischen Mittelmeerküste ein Zeichen für den Umweltschutz gesetzt. In der abgelegenen Maden-Bucht bei Çıralı sammelten Einheimische, Touristen und Vertreter der Tourismusbranche tonnenweise Plastikmüll, um den Strand und den Lebensraum der Meeresschildkröten zu schützen.

Da die Bucht auf dem Landweg nicht erreichbar ist, wurden die Helfer mit Booten an den Einsatzort gebracht. Ausgerüstet mit Handschuhen und Müllsäcken sammelten sie rund zwei Stunden lang Abfälle entlang der Küste. Besonders kleine Plastikteilchen wurden mit akkubetriebenen Handstaubsaugern und Laubbläsern aufgenommen, da sie sich per Hand nur schwer entfernen lassen.

Am Ende der Aktion kam etwa eine Traktorladung Müll zusammen. Die Abfälle wurden anschließend per Boot nach Çıralı transportiert und ordnungsgemäß entsorgt.

Habib Altınkaya, Vorsitzender der Umweltschutzgenossenschaft von Ulupınar, erklärte, dass Plastikmüll inzwischen zu den größten Umweltproblemen an den Stränden gehöre. Besonders Meeresschildkröten seien gefährdet, da sie Plastikteile mit Quallen verwechselten und verschluckten. Ziel der Aktion sei es, den Tieren einen sauberen Lebensraum zu hinterlassen.

Auch Tourismusunternehmerin Pınar Özkaya zeigte sich besorgt. Nach 26 Jahren in Çıralı habe sie eine derart starke Verschmutzung noch nie erlebt. Das Meer sei deutlich trüber geworden und voller Mikroplastik. Gäste würden sich zunehmend über die Verschmutzung beschweren. Ihrer Ansicht nach müsse vor allem die Entstehung des Plastikmülls bekämpft werden. Sie sprach sich für eine Reduzierung von Einwegplastik aus.

Unterstützt wurde die Reinigungsaktion auch von einer 45-köpfigen Campinggruppe aus Russland. Teilnehmerin Irina Kleva berichtete, dass sie die Bucht bei Wanderungen auf dem Lykischen Weg stark verschmutzt vorgefunden habe. Deshalb habe sie gemeinsam mit anderen Familien beschlossen, sich an der Säuberungsaktion zu beteiligen. Sie hoffe, dass künftig mehr Menschen sorgsam mit der Natur umgehen und keinen Müll mehr an Land oder ins Meer werfen.

Der örtliche Bootsunternehmer Mustafa Şahin stellte sein Boot kostenlos für den Transport der Helfer zur Verfügung. Angesichts der zunehmenden Verschmutzung der Strände habe man beschlossen, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. An der Aktion beteiligten sich Gäste aus mehreren Ländern sowie zahlreiche Einwohner der Region.