(DHA) ANTALYA – Ein erschütternder Fund sorgt an der türkischen Mittelmeerküste für Aufsehen: Der Taucher Hüseyin Fırat entdeckte vor Çıralı bei Antalya zahlreiche tote Fische auf dem Meeresboden. Nach ersten Einschätzungen könnte illegaler Schleppnetzfang für das Fischsterben verantwortlich sein.
Fırat, der seit rund fünf Jahren als Hobbytaucher unterwegs ist und seine Unterwasseraufnahmen unter dem Namen „Su Altında Hayat Var“ veröffentlicht, stieß bei einem Tauchgang vor Çıralı auf ein ungewöhnliches Bild.
„Der Meeresboden war praktisch zu einem Friedhof für Fische, zu einem Friedhof für ausgewachsene Fische, geworden“, schilderte der Taucher. Besonders erschütternd sei gewesen, dass er nur einen Tag zuvor an derselben Stelle getaucht war und keine toten Fische gesehen hatte.

Verdacht auf verbotenen Schleppnetzfang
Fırat geht davon aus, dass die Tiere möglicherweise durch Trawlfischerei verendet sind. Diese Fangmethode ist in dem betreffenden Gebiet verboten.
Beim Schleppnetzfang geraten zahlreiche Fische unterschiedlicher Arten und Größen in die Netze. Beim Sortieren des Fangs werden Tiere ohne wirtschaftlichen Wert häufig wieder ins Meer geworfen. Bis dahin können sie nach Fırats Darstellung aufgrund des Sauerstoffmangels bereits verendet sein.
Nachdem er zunächst keine Ursache für das Fischsterben nennen konnte, erhielt Fırat nach eigenen Angaben zahlreiche Hinweise von seinen Followern, die von Schleppnetzfischerei in der Region berichteten.
Auch geschützte Arten unter den toten Tieren
Besonders alarmierend sei die Art der gefundenen Fische. Unter den toten Tieren befanden sich demnach elektrische Rochen und Gitarrenrochen, von denen einige Arten als gefährdet gelten und deren Fang verboten ist.
Für Fırat war der Fund eines Gitarrenrochens besonders bemerkenswert. Obwohl er seit fünf Jahren taucht, hatte er zuvor noch nie einen solchen Fisch unter Wasser gesehen – und ausgerechnet bei dieser Begegnung war das Tier bereits tot.
Meeresverschmutzung ebenfalls festgestellt
Auch eine Verschmutzung des Meeres wurde in dem Gebiet festgestellt. Zunächst habe deshalb der Verdacht bestanden, dass die Fische möglicherweise an den Folgen der Verschmutzung gestorben seien.
Dass die toten Tiere jedoch dicht nebeneinander lagen und überwiegend ausgewachsen waren, spricht laut Fırat eher gegen diese Erklärung. Eine endgültige Ursache für das Fischsterben wurde bislang allerdings nicht bestätigt.
Der Fund wirft damit erneut Fragen über den Schutz der Meeresfauna an der türkischen Mittelmeerküste auf – und zeigt, welche Folgen illegale Fangmethoden für geschützte und ohnehin unter Druck stehende Fischbestände haben können.