Wer am Flughafen Antalya ankommt, muss sich ab sofort auf eine stille, buchstabenbasierte Begrüßung einstellen. Seit dem 31. Juli gilt ein völlig neues System: Anstelle der gewohnten Namens- und Logoschilder der Reiseveranstalter dirigieren nun anonyme Buchstaben die Urlauber zu ihren Transfers. Die altbekannte Schlacht der hochgehaltenen Schilder in der Ankunftshalle gehört damit der Vergangenheit an.
Wie der Regionalvorstand Antalya des Türkischen Reiseveranstalterverbands TÜRSAB mitteilte, ist die Verwendung individualisierter Tafeln mit Firmennamen oder Logos in der Ankunftsebene nun vollständig untersagt. Flughafenmitarbeiter sind angewiesen, regelwidrige Schilder umgehend zu entfernen.
An die Stelle der personalisierten Markenkommunikation treten 13 mit den Buchstaben A bis M gekennzeichnete Sammelpunkte. Jedem dieser Punkte sind mehrere Reisebüros fest zugeteilt. Reisende müssen künftig vorab von ihrem Veranstalter erfahren, zu welchem Buchstaben sie nach der Gepäckausgabe gehen müssen. Dort suchen sie auf Listen nach ihrem Namen und werden dann von einem Mitarbeiter zum Shuttlebus geleitet. Die Betreiber der einzelnen Punkte sind zudem verpflichtet, nicht autorisierte Anbieter fernzuhalten. Die Überwachung dieser Regelung obliegt der Polizei sowie TÜRSAB-Inspektoren. Bei Verstößen drohen Sanktionen durch das Flughafenmanagement.
In der Tourismusbranche stößt die kurzfristig eingeführte Neuregelung auf scharfe Kritik. Branchenvertreter bemängeln, dass die Ankündigung lediglich einen Tag vor Inkrafttreten eine chaotische Kommunikationslage geschaffen habe. Viele Gäste, die in den ersten Tagen der Umstellung landen, seien über ihre zugewiesenen Buchstaben nicht informiert, insbesondere, wenn sie während der Anreise nicht online erreichbar sind. „Wir befürchten ein heilloses Durcheinander”, heißt es aus dem Sektor. Zudem sei es den Passagieren kaum zuzumuten, nach einem langen Flug in mühevoller Kleinarbeit ihren Namen auf überfüllten Sammellisten zu entziffern. Das provoziere neue Warteschlangen.
Die Umstellung ist bereits der zweite schwere Eingriff in die Abläufe am Flughafen in diesem Jahr. Erst am 12. Mai 2026 war der individuelle Abholservice vom Terminalvorplatz auf einen entfernteren Parkplatz verlegt worden. Dass die jetzige Reform ausgerechnet in der touristischen Hochsaison durchgesetzt wird, stößt auf Unverständnis. Professionelle Anbieter plädieren dafür, derart tiefgreifende Systemwechsel eher in den umsatzschwachen Monaten Oktober oder November zu testen.