Im Rahmen des Projekts „DETOUR – Entwicklung widerstandsfähiger Tourismusökosysteme entlang mediterraner Wanderrouten“ werden zehn Kooperationsprojekte entlang des Lykischen Wegs mit insgesamt 248.150 Euro gefördert. Dies gab die Provinzdirektion für Kultur und Tourismus Antalya bekannt, die gemeinsam mit dem Kulturrouten-Verein (Kültür Rotaları Derneği) als Projektpartner auftritt. Das Vorhaben wird aus dem EU-Binnenmarktprogramm (SMP-COSME) unterstützt.
Bei einem Treffen in Antalya kamen die Vertreter der zehn ausgewählten Projekte zusammen. Neben der Vorstellung der einzelnen Vorhaben wurden die Teilnehmer über Vertragsmodalitäten, Auszahlungs- und Berichtsverfahren sowie die Sichtbarkeitsregeln der Europäischen Union informiert. Ziel des Austauschs war es, den Projektverantwortlichen die Möglichkeit zu geben, sich kennenzulernen, Erfahrungen zu teilen und künftige Kooperationen anzubahnen.
Fokus auf kleine und mittlere Unternehmen
Das DETOUR-Projekt zielt darauf ab, die Widerstandsfähigkeit kleiner Tourismusbetriebe entlang des Lykischen Wegs in der Türkei, die als Pilotregion ausgewählt wurde, zu stärken. Durch Digitalisierung, ökologische Transformation und die Entwicklung neuer Tourismuspunkte soll das regionale Tourismusökosystem gefestigt werden.
Das Projekt läuft seit dem 1. November 2024 und wird parallel in Italien, Bulgarien, Griechenland und der Türkei durchgeführt. Bislang wurden Umfragen und Bedarfsanalysen bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) durchgeführt, bewährte Verfahren untersucht und Schulungs- sowie Mentoringprozesse abgeschlossen. Nach der Ausschreibung wurden in der Türkei zehn Projekte für den Lykischen Weg ausgewählt. Die Umsetzungsdauer der Vorhaben liegt zwischen sechs und neun Monaten.
„Keine Copy-paste-Projekte“
Bei dem Treffen bezeichnete der Provinzdirektor für Kultur und Tourismus, Ayhan Gök, das DETOUR-Projekt als konkretes Beispiel für Nachhaltigkeit im Tourismus. Nachhaltigkeit sei in der Branche zu einem viel verwendeten Begriff geworden, so Gök. Es sei wichtig, dass hier nicht mit großen Hotels, sondern mit KMU entlang des Lykischen Wegs zusammengearbeitet wird.
„Tourismus und Nachhaltigkeit sind eigentlich zwei sehr gegensätzliche Elemente, die zusammengebracht werden sollen. Manchmal wirkt das aufgesetzt, manchmal gelingt es uns aber auch – wie in diesem Beispiel – die beiden Pole tatsächlich zu vereinen“, sagte Gök. Das Projekt wird mit acht Partnern aus vier Ländern umgesetzt. Man arbeite bewusst nicht mit großen Betrieben, sondern mit kleinen Unternehmen entlang einer Route, die ohnehin nachhaltig sein solle.
Die ausgewählten Projekte haben ein Bewertungsverfahren durchlaufen und sind keine „Copy-and-paste“-Projekte, betonte Gök. „Es handelt sich um Unterstützung mit lokaler Ausrichtung, um originelle Projekte. Sie sind alle einzigartig, reizvoll und werden, wenn sie umgesetzt werden, einen Mehrwert für die Region schaffen. Sie haben diese Phase im Bewertungsprozess bestanden, dazu gratuliere ich Ihnen.“
Antalya als „Welthauptstadt des Tourismus“
Gök wies zudem auf den bevorstehenden COP31-Prozess hin, bei dem die Stadt im Mittelpunkt stehen werde. Die Stadt empfängt jährlich Millionen ausländischer Touristen. „Unsere Provinz befindet sich im COP31-Prozess. In einem Monat wird die ganze Welt auf uns blicken. Unsere Stadt ist im Tourismus nicht nur die Hauptstadt unseres Landes, sondern der Welt“, sagte Gök. Weltweit gebe es kein vergleichbares Resort-Reiseziel. Man habe recherchiert und Vergleiche angestellt. Es gebe zwar Orte, die jährlich 17,5 Millionen ausländische Touristen empfangen, diese seien jedoch Städtereiseziele. „Als Resort-Destination sind wir die Tourismus-Hauptstadt der Welt – nicht nur der Türkei“, so Gök.
Der Direktor forderte, die Zahl nachhaltiger Tourismusbeispiele zu erhöhen, und äußerte die Hoffnung, dass das DETOUR-Projekt als Vorbild für größere künftige Vorhaben dienen könne.