Nach Monaten mit ungewöhnlich vielen Quallen im Antalya-Golf geben Experten nun Entwarnung: Die diesjährige Quallenwanderung ist weitgehend beendet. Besonders starke Nordostwinde hatten die Tiere in diesem Winter bis an die Küsten der türkischen Riviera gedrückt – nun ist ihre Zahl deutlich zurückgegangen.
„Die Population ist inzwischen stark gesunken“, erklärte der Meeresbiologe Mehmet Gökoğlu von der Akdeniz Üniversitesi. Die verbliebenen Quallen befänden sich inzwischen am Meeresboden und würden dort von Krebsen, Seeschnecken und anderen Meerestieren gefressen. „Die Menschen können wieder problemlos ins Meer gehen“, sagte Gökoğlu.
Die bis zu zehn Kilogramm schweren Quallen waren in den vergangenen Monaten nicht nur an Stränden und an der Wasseroberfläche sichtbar, sondern beschädigten auch immer wieder Fischernetze. Laut Experten handelt es sich um ein saisonales Naturphänomen, das normalerweise weiter draußen auf dem offenen Meer stattfindet. Wegen der besonders heftigen Poyraz-Winde wurden die Tiere in diesem Jahr jedoch ungewöhnlich nah an die Küste gedrückt.
Trotz der Entwarnung mahnt Gökoğlu weiterhin zur Vorsicht: Auch tote Quallen sollten keinesfalls berührt werden. Vor allem Fischer hätten in der Vergangenheit teils schwere Hautverletzungen erlitten, wenn die Tiere in ihren Netzen landeten.
Bereits im vergangenen Jahr war das Phänomen kaum sichtbar gewesen, weil die Winde deutlich schwächer ausfielen. In diesem Frühjahr hingegen zeigte sich die Quallenwanderung so intensiv wie seit Jahren nicht mehr.