ANTALYA – Die berühmten Küstenfelsen von Antalya sind nach Einschätzung eines renommierten Wissenschaftlers weltweit einzigartig. Prof. Dr. Nihat Dipova von der Akdeniz-Universität erklärte, dass die insgesamt neun Kilometer langen Falez-Klippen mit ihrer besonderen Struktur als „Tufa-Küstenfelsen“ in dieser Form nirgendwo sonst auf der Welt existieren.
Die Felsen erstrecken sich innerhalb der Grenzen des Bezirks Muratpaşa vom Konyaaltı-Variantenpunkt bis zum Lara-Strand. Sie wurden im Jahr 2020 als „streng geschütztes sensibles Gebiet“ ausgewiesen. Im Jahr 2024 wurde jedoch der Schutzstatus eines rund 400 Meter langen Abschnitts herabgestuft und in ein „qualifiziertes Naturschutzgebiet“ umgewandelt.

Gegen diese Entscheidung haben die Architektenkammer und die Kammer der Geologieingenieure von Antalya Klage eingereicht. Das Gerichtsverfahren läuft, ein Sachverständigengutachten wird derzeit vorbereitet.
„Kein Travertin, sondern Tufa“
Prof. Dipova betonte, dass die Felsen häufig falsch eingeordnet würden.
„Antalyas Felsen bestehen aus Tufa, einem karbonatischen Süßwassergestein. Sie wurden lange Zeit fälschlicherweise als Travertin bezeichnet, was geologisch nicht korrekt ist. Pamukkale ist Travertin – Antalya ist Tufa“, erklärte er.
Zwar gebe es weltweit Küstenfelsen, doch Tufa-Vorkommen seien äußerst selten. Die größte zusammenhängende Tufa-Verbreitung der Erde befinde sich in Antalya.

Internationale Bestätigung der Einzigartigkeit
Dipova erklärte, dass auch international anerkannte Wissenschaftler wie Alan Pentecost, Martyn Pedley und Clare Glover vergleichbare Formationen untersucht hätten, jedoch keine zweite Tufa-Küstenklippe gefunden worden sei.
„Es gibt weltweit keine neun Kilometer lange, gleichmäßig etwa 35 Meter hohe Küstenklippe aus Tufa. In dieser Kombination ist sie einzigartig, in anderen Aspekten zumindest extrem selten“, so Dipova.
Geologisches Erbe ohne sichtbare Grenzen
Die Küstenfelsen seien ein geologisches Naturerbe von globalem Rang. Besonders kritisch sieht Dipova die Änderung des Schutzstatus:
„Die Grenze wurde geradlinig gezogen, doch auf beiden Seiten gibt es keinen geologischen Unterschied. In diesem Bereich kann nicht einmal ein Steinbock stehen, geschweige denn findet dort menschliche Nutzung statt.“
Er fügte hinzu, dass bestehende Steinmauern und Treppen von Behörden bei einem Rückbau innerhalb weniger Jahre vollständig von der Natur überdeckt würden.