ANTALYA (DHA) – Das Mündungsgebiet des Manavgat-Flusses in Antalya, eines der artenreichsten Vogelbeobachtungsgebiete der Region, ist nach Angaben von Naturschützern zunehmend vermüllt und stark beschädigt.
Die Fläche, die als wichtiger Rastplatz für Zugvögel gilt, habe sich in den vergangenen Jahren zu einer regelrechten Müllhalde entwickelt, sagte Gökçe Coşkun von der Antalya Birdwatching Community. Statt Vögeln seien bei aktuellen Beobachtungen vor allem große Müllansammlungen aufgefallen.

Nach Angaben der Beobachter wurden in dem Gebiet bislang 263 Vogelarten registriert – so viele wie an keinem anderen Ort in der Provinz Antalya. Dennoch verschlechtere sich der Zustand der Fläche kontinuierlich. „Früher gab es ebenfalls Schäden, aber nicht in diesem Ausmaß. Statt Verbesserungen wird es von Jahr zu Jahr schlimmer“, so Coşkun.
Neben Bauschutt würden auch Altreifen, Möbel, Plastikabfälle aus Gewächshäusern sowie leere Pestizidbehälter illegal entsorgt. Zudem belasten Bauprojekte, landwirtschaftliche Nutzung und unkontrollierte Eingriffe wie Sandentnahmen das empfindliche Ökosystem zusätzlich.
Die Umweltzerstörung sorge auch bei internationalen Besuchern für Unverständnis. Jedes Jahr reisen Vogelbeobachter aus der ganzen Türkei und Europa an, um die Artenvielfalt zu dokumentieren. „Sie sind schockiert, wenn sie sehen, in welchem Zustand sich dieses Gebiet befindet“, sagte Coşkun.
Naturschützer fordern strengere Kontrollen und umfassende Schutzmaßnahmen. Das Gebiet müsse dringend gesichert und nachhaltig gereinigt werden, da es eine zentrale Rolle für den Vogelzug zwischen Afrika und Europa spiele.