Deutsche Urlauberin würdigt türkisches Beschwerdesystem CİMER nach Schmuckbetrug in Kaş

04.06.2026 – 14:00 Uhr

Mit einem viralen Erfahrungsbericht in den sozialen Medien hat eine deutsche Touristin für Aufsehen gesorgt – und dem türkischen Bürgerbeschwerdeportal CİMER unerwartete internationale Anerkennung verschafft. In dem Beitrag schilderte die Frau, wie sie und eine Freundin beim Kauf von Silberschmuck in dem Badeort Kaş betrogen wurden und erst durch eine Eingabe bei der staatlichen Ombudsstelle ihr Geld zurückerhielten.

Die Türkei zählt seit Jahren zu den beliebtesten Reisezielen deutscher Urlauber. Neben den klassischen Destinationen wie Istanbul oder der Ägäis-Region ist auch die Küstenstadt Kaş für ihre handgefertigten Silberarbeiten bekannt – ein Umstand, den sich offenbar zunehmend unseriöse Händler zunutze machen. In einem auf Social Media veröffentlichten Video berichtete die Deutsche, dass eine Freundin während eines gemeinsamen Urlaubs in einem örtlichen Geschäft Ohrringe und ein Armband erworben habe. Der Verkäufer habe die Ware ausdrücklich als Silber deklariert und nach Gewicht abgerechnet. Wenig später sei das Material jedoch kupferfarben angelaufen. „Es war schlicht kein Silber“, fasste die Urlauberin trocken zusammen.

Die Bemühungen, den Verkäufer nach der Rückkehr der Freundin nach Deutschland zur Rechenschaft zu ziehen, scheiterten zunächst. Besuche des Ladens durch die noch vor Ort verbliebenen Bekannten hätten ergeben, dass das Geschäft nicht einmal in Online-Kartendiensten verzeichnet ist. Als man den Händler direkt konfrontierte, dementierte er die ursprüngliche Warenbezeichnung und sprach stattdessen von Edelstahl. Eine anschließend zugesagte Kontaktaufnahme sei nie erfolgt.

Erst die Einschaltung von CİMER, dem zentralen Portal für Bürgeranliegen und Beschwerden der türkischen Präsidialverwaltung, brachte den Durchbruch. „Meine Freundin hat sich an CİMER gewandt und plötzlich wurde sie angerufen und gefragt, ob sie die Beschwerde zurückziehen könne – dann würde das Geld umgehend erstattet werden“, erzählte die Deutsche. Der gesamte Vorgang habe sich innerhalb kürzester Zeit geklärt. Das Fazit der Urlauberin fällt denn auch pragmatisch aus: „Es gibt Mechanismen, die Leute zu anständigem Verhalten zwingen. Gäbe es CİMER nicht, wäre es viel einfacher, Touristen abzuzocken – das ist tatsächlich das Einzige, was ich aus der Türkei in Deutschland vermisse.“