Der Bau der neuen Autobahn zwischen Antalya und Alanya kommt voran. Nach Angaben des AKP-Provinzvorsitzenden in Antalya, Ali Çetin, sind inzwischen 33 Prozent des 122 Kilometer langen Projekts fertiggestellt. Auf der Baustelle arbeiten derzeit 4.034 Beschäftigte mit 634 Baumaschinen.
Der offizielle Vertrag sieht die Fertigstellung für Oktober 2028 vor. Die Verantwortlichen wollen das Projekt allerdings früher abschließen. Ein konkreter neuer Eröffnungstermin steht bislang nicht fest.
Eröffnung möglicherweise vor Oktober 2028
Bereits im August hatte Çetin als mögliches Ziel eine Fertigstellung vor Mai 2028 genannt. In seiner jüngsten Stellungnahme vom 18. Oktober sprach er erneut davon, den vertraglich vereinbarten Zeitplan zu unterbieten. Derzeit bleibt Oktober 2028 jedoch der maßgebliche Termin.
Laut Verkehrsminister Abdulkadir Uraloğlu lag der Baufortschritt am 25. August noch bei 30 Prozent. Die inzwischen gemeldeten 33 Prozent bedeuten einen Zuwachs von drei Prozentpunkten innerhalb von knapp zwei Monaten.
Von zweieinhalb Stunden auf 36 Minuten?
Einer der wichtigsten Vorteile der neuen Strecke soll die deutlich kürzere Fahrzeit sein. Nach Angaben des Verkehrsministeriums soll sich die Fahrt zwischen den Endpunkten der Autobahn von derzeit rund zweieinhalb Stunden auf nur noch 36 Minuten verkürzen.
Das entspricht einer Zeitersparnis von etwa 114 Minuten beziehungsweise rund 76 Prozent.
Allerdings gibt es dabei eine wichtige Einschränkung: Die Autobahn beginnt nicht im Zentrum von Antalya, sondern an der Anschlussstelle Serik. Ihr östlicher Endpunkt liegt an der Anschlussstelle Alanya Batı nördlich von Konaklı – und damit ebenfalls nicht im Stadtzentrum von Alanya. Die 36 Minuten beziehen sich folglich auf die Autobahnstrecke, nicht auf die gesamte Fahrt zwischen den beiden Innenstädten.
122 Kilometer mit fünf Tunneln und 16 Viadukten
Die geplante Verbindung besteht aus 84 Kilometern Hauptfahrbahn und 38 Kilometern Anschlussstrecken. Die Haupttrasse erhält drei Fahrstreifen pro Richtung, die Verbindungsstraßen jeweils zwei.
Von Serik aus führt die Strecke nördlich an Serik und Manavgat vorbei, entlang der Ausläufer des Taurusgebirges, bis zur Anschlussstelle Alanya Batı bei Konaklı.
Sieben Anschlussstellen sind vorgesehen: Serik, Taşağıl, Manavgat, Manavgat Doğu, Alarahan, Konaklı und Alanya Batı. Hinzu kommen fünf Tunnel mit einer Gesamtlänge von 4.365 Metern sowie 16 Viadukte mit zusammen 5.966 Metern.
Tunnelbau schreitet voran
Nach Angaben des Verkehrsministeriums waren Ende August bei zwei der fünf Tunnel die Aushub- und Sicherungsarbeiten bereits abgeschlossen. Dort liefen die abschließenden Betonarbeiten. An den übrigen drei Tunneln wurde weiter gegraben und gesichert.
Parallel dazu gehen die Arbeiten an den Viadukten, Anschlussstellen und weiteren Abschnitten der Autobahn weiter. Der gemeldete Gesamtfortschritt von 33 Prozent umfasst sämtliche Bauarbeiten.
Weniger Staus in der Urlaubssaison?
Die neue Verbindung soll vor allem die stark belastete Fernstraße zwischen Antalya und Alanya entlasten. Davon könnten insbesondere Urlauber profitieren, die vom Flughafen Antalya in die Ferienorte der Region fahren. Auch der Güterverkehr und die Verbindungen zwischen den Landkreisen sollen beschleunigt werden.
Allerdings wird die Autobahn nicht den gesamten Verkehr in Alanya aufnehmen. Da sie nördlich von Konaklı endet, müssen Autofahrer, die in die östlichen Stadtteile oder weiter Richtung Gazipaşa wollen, weiterhin die bestehenden Straßen nutzen.
Weitere Verbindungen Richtung Mersin und Denizli geplant
Nach Angaben von Ali Çetin soll die neue Autobahn langfristig Teil eines größeren Verkehrsnetzes werden. Eine Anbindung in östlicher Richtung nach Mersin und nach Westen in Richtung Denizli sei als Perspektive im Gespräch.
Konkrete Fertigstellungstermine für diese möglichen Erweiterungen gibt es bislang nicht.
Derzeit gilt somit weiterhin Oktober 2028 als offizieller Fertigstellungstermin für die Antalya-Alanya-Autobahn. Ob die Strecke tatsächlich früher freigegeben werden kann, hängt vom weiteren Baufortschritt ab.