Die türkische Mittelmeermetropole Antalya, die als Strandparadies bekannt ist, möchte sich einen neuen Ruf erarbeiten: Sie möchte zu einem Top-Ziel für Feinschmecker werden. Mit einer breit angelegten Initiative soll das lokale kulinarische Erbe bewahrt, zertifiziert und zu einem neuen touristischen Aushängeschild gemacht werden.
Hinter der Kampagne steht die „Antalya Gastronomie Plattform”, die von der Provinzverwaltung ins Leben gerufen wurde. Zentrales Werkzeug ist dabei die Vergabe von geschützten geografischen Angaben (g.g.A.), einer Art Herkunftssiegel für regionale Spezialitäten. In einer umfangreichen Bestandsaufnahme wurden in der gesamten Provinz rund 200 traditionelle Produkte identifiziert, für die ein Antrag auf dieses Gütesiegel gestellt wurde. Bereits 19 Produkte sind offiziell registriert.
„Jedes registrierte Produkt ist ein Botschafter seiner Stadt”, sagte Güray Parlak, Mitglied der Gastronomie-Plattform, gegenüber den Medien. Das Ziel ist ehrgeizig: Antalya soll zu einer Gastronomie-Stadt werden. Dies sei entscheidend, um den Tourismus zu diversifizieren und die regionale Küche wirtschaftlich besser zu nutzen.
Die Hotellerie unterstützt den Vorstoß. Hakan Saatçioğlu, der Präsident eines Hotelmanager-Verbands, verwies auf das große Potenzial: „Antalya begrüßt jährlich rund 17 Millionen Touristen. Einige von ihnen verlassen die Stadt, ohne jemals türkisches Essen probiert zu haben.“ In monatlichen Treffen wirbt der Verband dafür, die zertifizierten Spezialitäten stärker in die Hotel- und Restaurantküchen zu integrieren.
Gouverneur Hulusi Şahin betonte, dass man das wachsende globale Interesse am Gastronomietourismus nutzen wolle, um die traditionellen Produkte in wirtschaftliche Werte umzuwandeln. Neben dem wirtschaftlichen Aspekt spiele auch die Bewahrung des kulinarischen Kulturerbes für künftige Generationen eine zentrale Rolle.