Anwohner setzen Zeichen: Öffentlicher Strand in Manavgat von Hotel zurückerobert

10.07.2026 – 12:00 Uhr

Manavgat – Im Ferienort Gündoğdu bei Manavgat ist ein Streit um den öffentlichen Strand eskaliert. Zahlreiche Anwohner protestierten gegen den Versuch eines Hotelunternehmers, den auf Staatsgrund gelegenen Strand unter seine Kontrolle zu bringen. Nach Angaben der Organisatoren entfernten die Demonstranten Liegen, Sonnenschirme und weitere Gegenstände vom Strand und forderten den uneingeschränkten Zugang für die Öffentlichkeit.

Auslöser des Protests ist ein seit längerem schwelender Konflikt um den Gündoğdu-Halk-Strand. Der Unternehmer Zafer Süral, Vorsitzender des örtlichen Tourismusverbands MASTOB, hatte nach eigenen Angaben den Strand übernommen, weil die Gemeinde ihn nicht ausreichend betreibe und Besucher benachteiligt würden. Zur Sicherung des Geländes ließ er Wachpersonal einsetzen.

Die Anwohner widersprechen dieser Darstellung. Sie betonen, dass es sich um ein Grundstück des türkischen Staates handelt und der Strand nicht von Privatpersonen oder Unternehmen kontrolliert werden dürfe. Während der Protestaktion zogen sich die Sicherheitskräfte nach Angaben der Teilnehmer zurück. Anschließend räumten die Demonstrierenden die aufgestellten Einrichtungen vom Strand.

Auch der Ortsvorsteher (Muhtar) von Gündoğdu, Salih Akkurt, kritisierte die Entwicklung. Er erklärte, der Strand gehöre der Allgemeinheit. Sollte die Gemeinde die Anlage nicht selbst betreiben, könne dies notfalls auch die Ortsverwaltung übernehmen.

Für zusätzliche Kontroversen sorgt die Forderung des Unternehmers nach einer Entschädigung. Süral gibt an, rund zehn Millionen Türkische Lira in den Strand investiert zu haben und das Gelände erst zu verlassen, wenn diese Summe erstattet werde.

Bereits im Juli 2025 war es am selben Strand zu einem ähnlichen Konflikt gekommen. Damals hatte Süral ein Werbebanner seines Hotels am Strand angebracht, das nach Protesten der Anwohner und unter Aufsicht der Gendarmerie wieder entfernt wurde.

Die Anwohner kündigten an, sich weiterhin für den freien Zugang zum öffentlichen Strand einzusetzen und forderten die zuständigen Behörden auf, die Nutzung staatlicher Küstenflächen konsequent zu überwachen.