Die Kırkgöz-Quelle im Landkreis Döşemealtı bei Antalya, die seit Jahrhunderten als Lebensader der Region dient und heute eine der wichtigsten Trinkwasserquellen der Stadt ist, leidet trotz umfassender Schutzmaßnahmen weiterhin unter massiver Verschmutzung.
Tauchaufnahmen des Meeresbiologen Prof. Dr. Mehmet Gökoğlu von der Akdeniz Universität zeigen die dramatischen Zustände: Glasflaschen, Plastikverpackungen und anderer Müll bedecken sowohl die Wasseroberfläche als auch den Grund des idyllischen Quellbeckens.
Verunreinigung trotz Schutzstatus
Die Quelle und ihre Umgebung wurden im Jahr 2022 per Präsidialerlass zum „natürlichen Schutzgebiet mit besonderer Bedeutung“ erklärt – eine Maßnahme, die ihre Bedeutung für Natur, Kultur und Wasserversorgung unterstreicht. Das Gebiet umfasst rund 45.000 Quadratmeter und ist inzwischen umzäunt und mit Kameras überwacht. Dennoch wird der Schutz umgangen: Immer wieder zerstören Unbekannte die Umzäunung, um das Wasserreservoir wie einen Badeplatz zu nutzen – mit schwerwiegenden Folgen für die Wasserqualität.
„Was wir hier sehen, ist erschreckend. Obwohl der Zugang offiziell verboten ist, betreten Menschen das Gelände, hinterlassen Müll – und werfen ihn teilweise direkt ins Wasser“, sagt Prof. Dr. Gökoğlu nach seinem Tauchgang gegenüber der Demirören Nachrichtenagentur-
Eine Quelle mit historischem Gewicht
Die Kırkgöz-Quelle speist über ein unterirdisches Kanalsystem auch den bekannten Düden-Wasserfall und versorgt große Teile der Region mit Trinkwasser. Ihre Verschmutzung hat deshalb weitreichende Konsequenzen. „Wenn Kırkgöz verschmutzt wird, bedeutet das auch eine Belastung für das Grundwasser und den Düden. Letztlich betrifft es die gesamte Trinkwasserversorgung der Stadt“, warnt Gökoğlu.
Besonders problematisch sei der Zustand unter Wasser: „Plastiktüten, Verpackungen, Flaschen – der Boden ist übersät mit Abfall. Wenn wir nicht handeln, verwandelt sich die Quelle in eine Müllkippe.“
Ein wachsendes Umweltproblem
Laut dem Meeresbiologen ist die Kırkgöz-Quelle kein Einzelfall. „Die Verschmutzung unserer Süßwasserquellen nimmt kontinuierlich zu – und was im Binnenland beginnt, endet früher oder später im Meer“, erklärt er.
Die Verantwortung sieht er nicht nur bei Behörden, sondern auch bei der Bevölkerung: „Wir müssen begreifen, dass diese Orte nicht nur schöne Ausflugsziele sind, sondern essentielle Teile unseres Ökosystems und unserer Versorgung. Jeder Müll, der hier landet, gefährdet unser aller Zukunft.“