Die historischen Gassen von Kaleiçi haben sich in ein Open-Air-Kunstareal verwandelt. Im Rahmen des 11. Kaleiçi Old Town Festivals, das von der Gemeinde Muratpaşa organisiert wurde, verwandelten Ausstellungen, Performances und Konzerte die Altstadt in eine Bühne für unterschiedlichste Kunstdisziplinen.
Von der Leinwand zur Ballettbühne
Über mehrere Tage hinweg präsentierten Künstlerinnen und Künstler Malerei, Skulptur, Keramik und Fotografie in den historischen Straßenzügen. Die alten Häuser und engen Gassen dienten als Kulisse für Ausstellungen und Workshops, bei denen die Besucher selbst künstlerisch aktiv werden konnten. Ballettaufführungen, Konzerte, Modenschauen und Tanzperformances an symbolträchtigen Orten der Stadt sorgten für eine durchgehende kulturelle Atmosphäre.
Zu den Höhepunkten zählte die Ballettaufführung „Hadrians Schwäne” am Hadrianstor. In weißen Kostümen erinnerten die Tänzerinnen an Schwäne und verbanden die historische Architektur des Tores mit der Leichtigkeit des Tanzes. Die Vorstellung stieß auf großes Publikumsinteresse.
Musik und Mode am Hıdırlık-Turm
Auch am Aussichtspunkt des Hıdırlık-Turms kamen Kulturinteressierte auf ihre Kosten. Künstler der Staatsoper und des Staatsballetts Antalya gaben dort ein Gesangskonzert mit Blick auf das Meer. Sopranistin Arzu Aydoğdu, Tenor Erdi Can Aybaş und Pianist Talgat Arakeev traten vor Publikum auf.
Zur Abenddämmerung fand am selben Ort die Modenschau „Geçmişten Geleceğe Anadolu’nun Couture Yorumu” (zu Deutsch etwa: „Die Couture-Interpretation Anatoliens von der Vergangenheit in die Zukunft”) statt. Kuratiert von Aydın Işık wurden in vier Präsentationen Designs von Muhammer Ketenci, Kunkei Sabina und Gözde İşbilir gezeigt. Die Kombination aus fließenden Stoffen, farbenfrohen Entwürfen und der historischen Kulisse des Turms mit Meerblick prägte die Veranstaltung.
Musik erobert die Straßen
Vor dem Hadrianstor fanden täglich Konzerte statt, die den historischen Platz in einen Treffpunkt für Anwohner und Besucher verwandelten. Musikalische Darbietungen in den historischen Gassen trugen die Festivalstimmung in weitere Teile der Altstadt.
Kunst zwischen Geschichte und Gegenwart
Die historischen Häuser und Gassen von Kaleiçi beherbergten während des Festivals Ausstellungen für Malerei, Skulptur und Fotografie. Künstler positionierten ihre Staffeleien vor historischen Gebäuden und schufen Werke unter freiem Himmel. So hatten Besucher die Möglichkeit, Kunst in unmittelbarer Verbindung mit historischer Architektur zu erleben. In offenen Workshops konnten sie zudem aktiv am künstlerischen Prozess teilnehmen.
Der Nachwuchskünstler Osman Özeren, Masterstudent am Institut für Bildende Künste der Selçuk-Universität, zeigte sich zufrieden mit der Resonanz auf seine Arbeiten. Seine Werke verbinden abstrakte Darstellungen mit Bezügen zu aktuellen wirtschaftlichen Themen. Özeren betonte, dass jedes Werk eine eigene Bedeutung trage und es ihm wichtig sei, dass das Publikum die Arbeiten interpretiere und eigene Perspektiven einbringe.