Die türkische Urlaubshochburg will sich zunehmend vom klassischen Juli-August-Tourismus lösen. Laut AKTOB-Präsident Kaan Kavaloğlu gewinnen vor allem September und Oktober an Bedeutung.
Der Tourismus in Antalya konzentriert sich längst nicht mehr ausschließlich auf die klassischen Hochsommermonate Juli und August. Nach Einschätzung von Kaan Kavaloğlu, Präsident des Verbands der touristischen Hoteliers und Betreiber des Mittelmeerraums (AKTOB), werden insbesondere September und Oktober für die Branche immer wichtiger.
Antalya gehört dank seines starken internationalen Flugnetzes, der großen Bettenkapazität und der Nachfrage aus unterschiedlichen Quellmärkten zu den Reisezielen, die die Sommersaison zunehmend in den Herbst verlängern können. Vor allem die günstigen klimatischen Bedingungen verschafften der Region dabei einen wichtigen Wettbewerbsvorteil, erklärte Kavaloğlu.
Herbst wird zur strategischen Tourismussaison
Die touristische Entwicklung dürfe nicht allein anhand der Monate mit der höchsten Nachfrage bewertet werden, betonte der AKTOB-Präsident. Eines der wichtigsten Ziele der Branche sei es, die Saison zu verlängern und eine nachhaltige Nachfrage über einen größeren Teil des Jahres hinweg zu schaffen.
Neben dem klassischen Angebot aus Meer, Sand und Sonne könnten dabei Sport-, Golf-, Kongress-, Gesundheits-, Gastronomie- und Kulturtourismus eine entscheidende Rolle spielen.
„Der Herbst ist in diesem Rahmen nicht lediglich eine Verlängerung des Sommers, sondern entwickelt sich zu einer strategischen Saison auf dem Weg zum Ziel, Antalya zu einem ganzjährig geöffneten Tourismusziel zu machen“, sagte Kavaloğlu.
Nicht der niedrigste Preis entscheidet
Mit Blick auf die Preis- und Rabattstrategien der Hotels warnte Kavaloğlu zugleich davor, den Preis als einziges Wettbewerbskriterium zu betrachten. Angesichts veränderter Buchungsgewohnheiten und einer gestiegenen Preissensibilität der Verbraucher könnten Hotels zwar unterschiedliche Verkaufs- und Kampagnenmodelle entwickeln.
Entscheidend sei jedoch das Verhältnis zwischen Preis und Servicequalität. Die Türkei habe über viele Jahre einen starken Qualitätsstandard im Tourismus aufgebaut, der erhalten bleiben müsse.
„Der Wettbewerb sollte nicht allein über niedrigere Preise geführt werden, sondern über das Gesamterlebnis und den Wert, den wir den Besuchern bieten“, erklärte Kavaloğlu.
Antalyas Vorteil: eine lange Saison
Als einen der größten Vorteile Antalyas gegenüber konkurrierenden Reisezielen in Europa und im Mittelmeerraum nannte Kavaloğlu das Klima, das eine Verlängerung der Tourismussaison ermögliche.
„Dieser Vorteil wird durch die Kapazität für Direktflüge und alternative Tourismusangebote verstärkt und erhöht insbesondere im Herbst die Wettbewerbsfähigkeit des Reiseziels“, sagte der AKTOB-Präsident.
Das zentrale Ziel der Branche bestehe nun darin, die hohe Nachfrage der Hauptsaison zu erhalten und gleichzeitig die Nachfrage im September, Oktober und den darauffolgenden Monaten weiter zu steigern. So solle Antalya zu einem Reiseziel mit einer längeren Saison und letztlich zu einer ganzjährig lebendigen Tourismusdestination werden.