Antalya wurde am 8. Dezember von zwei Erdbeben erschüttert: Zunächst ein Beben der Stärke 4,3 in Konyaaltı um 03:01 Uhr, später ein 4,9 starkes Beben in Serik um 13:21 Uhr. Auch am 7. Dezember ereignete sich in Tuşba (Van) ein Erdbeben der Stärke 4,6.
Prof. Dr. Şükrü Ersoy, Erdbebenexperte, erklärte in einer Live-Sendung von A Haber die Hintergründe der jüngsten Erdstöße. Besonders das 4,9-Beben im Golf von Antalya habe seine Aufmerksamkeit auf die Aksu-Bindirme-Verwerfung gelenkt.
„Normalerweise handelt es sich bei dieser Verwerfung um eine alte Struktur. Sie wird nur gelegentlich aktiv. Schaut man auf vergangene Beben, erreicht sie Stärken um 5 bis knapp darüber, aber keine Stärke von 6 oder 7. Historisch gab es hier keine zerstörerischen Erdbeben“, so Ersoy.
Zur Tiefe der Erdbeben erklärte der Experte: „Unsere Messungen zeigen 28 Kilometer, während externe Quellen teilweise tiefere Zentren von 84 bis 100 Kilometern angeben. Unter diesen Bedingungen wären so tiefe Beben auf unserer Erdkruste nicht möglich. Vermutlich hängt das mit der Subduktion unter Kreta und Rhodos zusammen, die auch den Golf von Antalya beeinflusst.“
Ersoy betont jedoch, dass trotz der jüngsten Beben kein unmittelbares Risiko für ein größeres Erdbeben in Antalya besteht: „Ob in der Zukunft ein größeres Beben möglich ist? Das wissen wir nicht. Historisch gesehen sind dort keine zerstörerischen Beben aufgetreten.“