ANTALYA – Antalya steht vor einem außergewöhnlichen Veranstaltungsmarathon: Im Herbst und Winter richtet die türkische Tourismusmetropole gleich drei internationale Großevents aus. Raumfahrt, Klimaschutz und Saatgut sollen zusammen einen Handelsumsatz von mehr als 3 Milliarden US-Dollar generieren – und zugleich die schwächere Tourismussaison ausgleichen.
Den Auftakt macht vom 5. bis 9. Oktober der internationale Astronautical Congress. Anschließend folgt vom 9. bis 20. November die COP31, bevor vom 1. bis 5. Dezember erstmals der Asien-Pazifik-Saatgutkongress in der Türkei stattfindet.
Neue Straßen für den COP31-Gipfel
Für die erwarteten Besucherströme wird Antalya umfassend herausgeputzt. Nach Angaben von Gouverneur Hulusi Şahin laufen die Vorbereitungen für die COP31 unter der Koordination von Umwelt-, Stadtentwicklungs- und Klimaschutzminister Murat Kurum planmäßig und teilweise sogar schneller als vorgesehen.
Auch die Verkehrsinfrastruktur wird ausgebaut. Im Raum Belek wurde eine wichtige Straße auf 18 Meter verbreitert und auf vier Fahrspuren ausgebaut. Zudem wurden zahlreiche Straßen neu asphaltiert. Im Gebiet Kundu führt die Stadtverwaltung weitere Erneuerungsarbeiten auf einer Strecke von rund drei Kilometern durch.
„Antalya wird in jeder Hinsicht vorbereitet“, erklärte Şahin. Die Türkei wolle der Welt zeigen, wie professionell das Land ein internationales Großereignis ausrichten könne.
COP31 könnte alle Rekorde brechen
Besonders groß sind die Erwartungen an die COP31. Şahin rechnet mit der Teilnahme von knapp 100 Staats- und Regierungschefs. Insgesamt könnten rund 130.000 Delegierte nach Antalya kommen – zusätzlich zu weiteren Gästen.
Damit könnte die diesjährige Klimakonferenz zur größten COP aller Zeiten werden.
Für Antalya bedeutet das nicht nur internationales Prestige, sondern auch einen erheblichen wirtschaftlichen Schub. Hotels, Gastronomie, Verkehr und zahlreiche weitere Branchen dürften von den zusätzlichen Gästen profitieren.
Milliardenchance nach einem schwierigen Saisonstart
Die Großveranstaltungen kommen zu einem wichtigen Zeitpunkt. Nach Einschätzung von Gouverneur Şahin hat der Konflikt zwischen den USA, Israel und Iran den internationalen Tourismus belastet. Auch in der Türkei seien die Monate Mai und Juni hinter den Erwartungen zurückgeblieben.
Die Kongresse könnten nun helfen, die Saison deutlich zu verlängern. Gerade für Antalya sei dies entscheidend: Rund 44 Prozent des türkischen Tourismus entfallen auf die Provinz.
„Diese verlängerte Saison wird die Verluste im Frühjahr zu einem großen Teil ausgleichen“, sagte Şahin.
Im Dezember kommt die Saatgutbranche
Nach Raumfahrt und Klimaschutz folgt im Dezember ein weiterer Wirtschaftsgipfel: der Asien-Pazifik-Saatgutkongress.
Antalya gilt insbesondere bei Gemüsesaatgut als international bedeutender Standort. Auch die Türkei spielt in der weltweiten Saatgutproduktion eine wichtige Rolle. Für die Landwirtschaft und die globale Ernährungssicherheit sei Saatgut ein zentraler Baustein, betonte Şahin.
Im Dezember werden deshalb Vertreter der Saatgutbranche aus zahlreichen asiatisch-pazifischen Ländern in Antalya erwartet.
Drei Großkongresse, Hunderttausende Gäste und Milliardenpotenzial: Antalya will den Herbst 2026 zum wirtschaftlichen Turbo für die Tourismusmetropole machen.