Der sogenannte „antike See“ Karagöl im Bezirk Elmalı in Antalya hat sich nach starken Regenfällen wieder mit Wasser gefüllt. Der See war in den 1970er-Jahren trockengelegt worden, um landwirtschaftliche Flächen zu gewinnen.
Karagöl gehörte einst zu den wichtigsten Seen der Region und erstreckte sich über eine Fläche von rund 2.440 Hektar. Wie auch der nahe gelegene Avlan Gölü wurde er damals durch große Entwässerungskanäle und natürliche Karstschächte trockengelegt, um neue Ackerflächen zu schaffen.
Doch der See besitzt nicht nur ökologische, sondern auch große historische Bedeutung. In unmittelbarer Nähe befindet sich der rund 2.500 Jahre alte Kızılbel Tümülüsü. In der Grabkammer des Hügels, der auf etwa 525 v. Chr. datiert wird, sind Wandmalereien zu sehen, auf denen Menschen in einem Holzboot über die Wasserfläche des Karagöl rudern.

See prägte das Leben der Region
Der Hügel wurde von der niederländischen Archäologin Machteld Johanna Mellink entdeckt, die oft als „Mutter der anatolischen Archäologie“ bezeichnet wird. Die Darstellungen im Grab zeigen auch Jagdszenen auf dem See und unterstreichen, dass Karagöl bereits in der Antike eine zentrale Rolle im Leben der Region spielte.
Nach seiner Trockenlegung wurde ein Teil des ehemaligen Seebodens landwirtschaftlich genutzt, sogar eine Straße führte mitten hindurch. Doch nach den starken Niederschlägen der vergangenen Monate hat sich das Gebiet erneut mit Wasser gefüllt.
Der Archäologe Durmuş Altan von der Stadtverwaltung Elmalı erklärte, Karagöl habe über viele Jahre kein Wasser mehr geführt. „In diesem Jahr sind jedoch – wie auch beim Avlan-See und anderen Gewässern der Region – durch die intensiven Regenfälle wieder große Wasserflächen entstanden. Karagöl hat sein früheres Erscheinungsbild zurückgewonnen“, sagte Altan.
Heute bietet der wieder gefüllte See eine eindrucksvolle Landschaft und erinnert daran, wie eng Natur und Geschichte in dieser Region miteinander verbunden sind.