Antalya erklärt erste Strände zur tabakfreien Zone – landesweite Ausweitung geplant

07.06.2026 – 16:00 Uhr

Der Kampf gegen Zigarettenkippen und Qualm erreicht die türkische Mittelmeerküste. An den Stränden der Ägäis und der Türkischen Riviera drängen sich wieder einheimische und ausländische Urlauber, doch die Behörden haben nun eine drastische Verschärfung des Rauchverbots durchgesetzt. Die Provinz Antalya, die im November Gastgeberin der UN-Klimakonferenz COP31 sein wird, hat mehrere bekannte Badestrände als Vorreiterin zur tabakfreien roten Zone erklärt.

Mit einem Pilotprojekt, das auf die europaweite Entwicklung rauchfreier Küsten reagiert, setzt die Türkei ein Zeichen gegen die zunehmende Umweltverschmutzung. Insbesondere die achtlos weggeworfenen Zigarettenstummel hatten in der Hochsaison für ein enormes Müllproblem gesorgt. Gouverneur Hulusi Şahin gab nun persönlich den Startschuss für die Initiative „Raucherfreier Strand“, die zunächst an der weltberühmten Kaputaş-Bucht im Bezirk Kaş in Kraft tritt. „Wir haben die erste Umsetzung heute am Kaputaş-Strand gestartet”, bestätigte Şahin. Das Verbot soll zeitnah auf weitere öffentliche Strände des Ministeriums für Kultur und Tourismus ausgeweitet werden, darunter vorerst drei Abschnitte in Lara und Belek, die vom staatlichen Betreiber TURAŞ verwaltet werden.

Für Raucher bedeutet dies eine strikte räumliche Trennung. Während das Glimmen der Zigarette auf der Liege und am Ufer künftig tabu ist, sollen laut einer veröffentlichten Gouverneursverordnung speziell ausgewiesene, abgetrennte Bereiche eingerichtet werden, um Konflikte zu vermeiden. Die Maßnahmen fügen sich in einen weitreichenden nationalen Gesetzesvorstoß der Regierungspartei AKP ein. Ein entsprechender Entwurf, der kurz vor der Einbringung ins Parlament steht, sieht eine massive Ausweitung des Rauchverbots vor. Es soll nicht nur an Stränden, Spielplätzen und Sportstätten, sondern auch in den Außenbereichen gastronomischer Betriebe gelten. In den abgetrennten Raucherzonen dürfte dann kein Service mehr stattfinden.

Die Vorbilder für diesen restriktiven Kurs sind die Konkurrenten am Mittelmeer: In Spanien und Frankreich sind rauchfreie Strände vielerorts bereits Standard. Die Ahndung von Verstößen reicht dort von 30 Euro bis hin zu empfindlichen Strafen von 2.000 Euro. Auch die Türkei will den Druck auf uneinsichtige Urlauber und Betreiber erhöhen. Der Gesetzesentwurf sieht eine Anhebung des aktuellen Bußgelds für Raucher in verbotenen Zonen von 1.764 Lira (rund 32 Euro) auf 5.000 Lira (rund 93 Euro) vor. Für gewerbliche Betreiber, die die Vorschriften missachten, sind gar Strafen von bis zu zehn Millionen Lira und die Schließung des Betriebs vorgesehen.