Antalya bekommt ein Wahrzeichen: Bildhauer plant neun Meter hohes “Lykisches Pferd”

13.10.2026 – 17:00 Uhr

Der 50-jährige Bildhauer Cem Güney Çevikbaş hat in Antalya ein Projekt für eine rund acht bis neun Meter hohe Skulptur eines „Lykischen Pferdes” angestoßen. Das Werk soll, angelehnt an das Trojanische Pferd in Çanakkale, das historische Erbe der Region um Antalya repräsentieren. Nach eigenen Angaben arbeitet der Künstler seit etwa zwei bis drei Jahren an dem Projekt. Die Grundsteinlegung für die Großskulptur ist für Anfang 2027 vorgesehen.

Çevikbaş sagte, die Idee sei aus der Überlegung entstanden, dass Antalya ebenso wie Çanakkale über ein symbolträchtiges Denkmal verfügen sollte. Er lebt in dieser Region und schöpft aus ihr seine Inspiration. Vor der Umsetzung des großen Werkes fertigt der Künstler zunächst Vorstudien an. Im Rahmen des Internationalen Kaleiçi Old Town Festivals präsentierte er vier Tage lang eine Vorarbeit und erläuterte den Besuchern die einzelnen Arbeitsschritte. Anschließend sollen die Vorbereitungen für die größere Version beginnen.

Pferd als zentrales Symbol der Lykier

Nach Angaben des Bildhauers kommt dem Pferd in der lykischen Kultur eine besondere Bedeutung zu. Bei seinen Recherchen, unter anderem im Archäologischen Museum von Antalya, habe er festgestellt, dass das Pferd im Lykischen als Symbol für das Leben selbst gestanden habe. Auf Grabsteinen, Stelen und Münzen aus lykischer Zeit finden sich zahlreiche Pferdedarstellungen. Könige hätten sich demnach nicht selbst, sondern ihre Pferde auf den Gräbern abbilden lassen.

Çevikbaş führt dies auch auf die geografischen Bedingungen zurück. Die Landschaft des Taurusgebirges sei schwer zu durchqueren gewesen, weshalb Pferde am besten geeignet waren. Über dieses Tier hätten Kriege, Wanderungen und Handelswege stattgefunden. Die Lykier hätten sich demnach gemeinsam mit ihren Pferden bestatten lassen wollen. Diese Überlieferung hat ihn nachhaltig beeindruckt und ist zum zentralen Motiv seiner Arbeit geworden.

Unterstützung aus Politik und Verwaltung erhofft

Das Projekt war bereits zuvor Thema. Im vergangenen Jahr hat er im Rahmen des Kulturpfad-Festivals eine ähnliche Pferdeskulptur angefertigt. Der Gouverneur der Provinz und der Provinzkulturdirektor signalisierten daraufhin Unterstützung und förderten die gemeinsamen Vorbereitungen. Die nun im Festival gezeigte Arbeit dient als konkreter Zwischenschritt vor der Realisierung der Großplastik. Es sollen weitere maßstabsgetreue Modelle folgen.

Çevikbaş betonte, dass das fertige Werk der Öffentlichkeit zugutekommen solle, und bat staatliche Stellen um Unterstützung. Er verwies auf den Bekanntheitsgrad des Lykischen Weges, der zu den drei bekanntesten Wanderrouten der Welt zählt. Künftig könnte am Anfang der Route in Antalya und am Ende in Muğla je eine Skulptur stehen, die beide Abschnitte miteinander verbindet. Von einem derartigen Symbol verspricht sich der Künstler eine stärkere internationale Wahrnehmung der Region.

Hinweis auf lykisches Erbe

Der Bildhauer empfahl den Einwohner:innen Antalyas, sich mit der lykischen Zivilisation zu beschäftigen. Diese habe bedeutende Beiträge zu Menschenrechten und Demokratie geleistet. Da das Museum in Antalya derzeit saniert wird, sind die Exponate dort nicht zu sehen. Im neu eingerichteten Lykien-Museum in Demre sind die entsprechenden Quellen jedoch zugänglich. In Inschriften auf Grabsteinen und Stelen finden sich bemerkenswerte Aussagen zu Menschlichkeit, Menschenrechten und Demokratie. Dass eine Zivilisation dies bereits vor Jahrhunderten formuliert hat, hat ihn tief beeindruckt.