Antalya. Am weltbekannten Konyaaltı Sahili sorgen Bauarbeiten mitten in der startenden Badesaison für Kritik. Hotels und Strandbetriebe bereiten sich offenbar auf die Sommersaison vor – mit schweren Maschinen direkt am Strand, teils nur wenige Meter von badenden Touristen entfernt.
Entlang des rund sieben Kilometer langen Küstenabschnitts zwischen Beach Park und Freihandelszonen-Kreuzung wird an mehreren Stellen gebaut. Dabei kommen tonnenschwere Baumaschinen zum Einsatz, was nicht nur für Verwunderung bei Besuchern sorgt, sondern auch Sicherheits- und Umweltbedenken auslöst.
Die Vorsitzende des Umweltausschusses der Anwaltskammer Antalya, Duygu Kozanoğlu, betonte, dass Küsten gesetzlich geschützte öffentliche Räume seien. Auch wenn Nutzungsrechte an Betreiber vergeben würden, bedeute dies nicht, dass diese wie Eigentümer über die Flächen verfügen dürften. Unerlaubte Eingriffe würden häufig durch sogenannte Nutzungsentschädigungen („Ecrimisil“) nachträglich sanktioniert – was jedoch keine Legalisierung darstelle.
Kozanoğlu warnte zudem vor Schäden für das empfindliche Ökosystem. Schwere Maschinen könnten die natürliche Struktur des Strandes zerstören, Dünen abtragen und Lebensräume von Pflanzen und Tieren beeinträchtigen. Maßnahmen müssten daher wissenschaftlich begleitet und möglichst schonend umgesetzt werden.
Auch Sicherheitsaspekte stehen im Fokus: Der Einsatz von Baumaschinen in unmittelbarer Nähe zu Badegästen stelle ein erhebliches Risiko dar. Arbeitszeiten und Schutzmaßnahmen müssten entsprechend angepasst werden.
Der Umweltingenieur Güray Doğan von der Akdeniz Üniversitesi kritisierte zudem, dass viele Betriebe die erlaubte Bebauungsfläche überschreiten und den freien Zugang zum Strand einschränken. Gleichzeitig könne die Verdichtung des Bodens langfristig die Bodenqualität und Biodiversität schädigen.
Experten fordern daher strengere Kontrollen und ein Umdenken im Umgang mit den Küsten: Der Strand müsse sowohl als öffentlicher Raum für Menschen als auch als sensibler Lebensraum für Tiere erhalten bleiben.