Antalya: Archäologische Highlights 2025 – Von Zeus bis zur Termessos-Frau

Fallback Image Hürriyet.de
01.01.2026 – 19:00 Uhr

ANTALYA – Im Rahmen des Projekts „Geleceğe Miras“ (Erbe für die Zukunft) des türkischen Kultur- und Tourismusministeriums wurden in Antalya 2025 an über 20 Ausgrabungsstätten bedeutende Funde aus unterschiedlichen historischen Epochen gemacht. Die Forschungen umfassen antike Städte wie Phaselis, Side, Aspendos, Limyra, Syedra, Olympos, Patara, Myra, Perge, Sillyon, Termessos sowie die Höhlen Kızılin und Karain.

Phaselis – Alltag und Glauben
In der Küstenstadt Phaselis wurden unter anderem Funde aus der Römerzeit geborgen: Ein Talisman (Lamella) in Bronze, zylindrische Vorhängeschlösser, ein Schreibgriffel (Stylus), ein verzierter Zirkel sowie eine bronzene Mausfigur – letztere als Symbol für Apollon – verdeutlichen die ausgeprägte Kultur von Handwerk, Schreiben und Schutzritualen der Antike.

Side – Monumentaler Wandel
In Side wurden die monumentale Brunnenanlage (Nymphaion), Mosaike, Fresken und Wasserversorgungsanlagen freigelegt. Historische Stadtteile und Bischofsgebiete wurden wieder zugänglich gemacht. Der Archäopark vor dem Theater sowie Nachtbeleuchtung ermöglichen nun einen Rundgang durch die Kulturerbe-Stätten zu jeder Tageszeit.

Aspendos – Hermes, Gott des Handels
In Aspendos kam ein 1,65 Meter hoher Hermes aus Marmor ans Licht, datiert auf das 2.-3. Jahrhundert n. Chr. Auf der Inschriftenträger-Basis hält Hermes eine Geldbörse und einen Stab, zu seinen Füßen ein Widder – ein Symbol für Handel, Wege und Kommunikation. Weitere Funde im Forum weisen auf Kaiserbilder und „Sklavenfiguren“ hin.

Limyra – Verlorener Zeus-Tempel entdeckt
In Limyra wurden erstmals archäologische Überreste des lange bekannten, aber unbekannten Zeus-Tempels identifiziert. Dies ermöglicht ein neues Verständnis der sakralen Architektur und religiösen Topografie der Stadt.

Syedra – Produktion, Handel und Alltag
Funde in Syedra belegen die Stadt als bedeutendes Zentrum der Olivenölproduktion, mit Werkstätten unter den Läden und Wohnbereichen darüber. Besondere Fundstücke: Bronzegegenstände, Hermes Kriophoros, eine silberlegierte Fluchtafel (Defixio), die wirtschaftliche, religiöse und rituelle Aspekte des Lebens aufzeigt.

Olympos – Monumentale Gräber
Ein neu entdecktes Monumentalgrab an der Ostseite der Stadt zeigt die Bestattung wohlhabender Bürger. Die Mosaike in der Stadtkirche mit geometrischen Mustern und Opferinschriften geben Einblick in das christliche Leben der Region.

Patara – Handel und Alltag
Die Ausgrabungen am Stadttor von Patara zeigen Handels- und Wohnräume sowie Lagerbereiche. Funde wie Amphoren, Münzen, Spiegel und Schmuck verdeutlichen die Bedeutung des Stadttors für das tägliche Leben und den Handel.

Myra und Andriake – Hafen, Produktion und Stadtökonomie
Andriake war ein multifunktionaler Hafen mit Werkstätten und Lagerbereichen, die intensive Handels- und Produktionsaktivitäten zeigen. Ein einzigartiger Wasserbau belegt die Nutzung heilender Quellen in der römischen Zeit.

Perge – Aphrodite und die Elitefrauen
In Perge wurden zwei Marmorfiguren freigelegt: eine Aphrodite-Eros-Komposition aus dem 2.-3. Jahrhundert n. Chr. und eine Statue einer wohlhabenden Frau aus dem 3.-4. Jahrhundert n. Chr. Eine byzantinische Goldmünze belegt die wirtschaftliche Verbindung zur Hauptstadt Konstantinopel.

Termessos – Frauenideal der Antike
In Termessos wurde eine fast lebensgroße Frauenfigur aus Marmor entdeckt, die eine respektable Frau auf einem gepolsterten Stuhl zeigt. Die Statue repräsentiert das Idealbild einer tugendhaften, ehrbaren Frau der Antike.

Sillyon – Spuren von Krieg und Verwaltung
In Sillyon wurden unter anderem eine tonene Handgranate aus dem Mittelalter (11.-13. Jh.) und ein antiker Verwaltungsblock gefunden, der auf strategische Bedeutung und römische Verwaltung hinweist.

Früheste Spuren der Menschheit
In Döşemealtı wurden in Kızılin Steinmauern entdeckt, die auf 13.500 v. Chr. datiert werden und frühe Siedlungsaktivitäten anzeigen. In der Karain-Höhle wurden zwei Zähne gefunden, die 350.000 bis 370.000 Jahre alt sind und die frühzeitige Präsenz von Neandertalern in der Region belegen.

Die 2025er Funde zeigen eindrucksvoll die Schichten der antiken und prähistorischen Geschichte Antalyas – vom Alltagsleben über Handel und Religion bis zu den frühesten Spuren menschlicher Besiedlung.