Antalya: 2.100 Jahre altes Luxusgeschirr aus Schiffswrack geborgen

Bilder: Mehmet Nuri Ersoy / X
29.09.2026 – 17:00 Uhr

Antalya – Vor der Küste von Adrasan im Bezirk Kumluca haben Unterwasserarchäologen Tausende rund 2.100 Jahre alte Keramikgefäße aus einem Schiffswrack geborgen. Die Fundstücke geben Einblicke in die Tafelkultur der Antike und den Handel im Mittelmeerraum.

Luxusgeschirr für die römische Welt

Die Ausgrabungen an dem mit Keramik beladenen Schiffswrack begannen 2025. Zur Hauptladung gehören Teller und Schalen, die vermutlich aus der antiken Stadt Rhosus stammen, dem heutigen Arsuz in der Provinz Hatay.

Unter den Funden befinden sich unter anderem Schalen für Nüsse und Suppen, Fischteller sowie Tabletts in verschiedenen Größen. Insgesamt wurden 122 unterschiedliche Formen und Größen von Tellern, Schalen und Tabletts identifiziert.

Nach Angaben des türkischen Kultur- und Tourismusministeriums gehörten die Keramikwaren zu den begehrten Luxus-Tafelwaren der damaligen Zeit und waren insbesondere auf dem römischen Markt gefragt.

 

 

Cicero bestellte Keramik aus Rhosus

Die Bedeutung der Arsuz-Keramik wird auch durch antike Quellen belegt. Der römische Redner und Politiker Cicero erwähnte die Waren in einem Brief an seinen Freund Atticus aus dem Jahr 50 v. Chr.

Darin schreibt Cicero, dass er für Atticus Keramikgefäße aus Rhosus bestellt habe. Die Erwähnung zeigt, dass die dort hergestellten Tafelwaren bereits damals über die Region hinaus bekannt waren und im römischen Raum gehandelt wurden.

Dass die im Wrack von Adrasan gefundenen Keramiken mit der Produktion von Rhosus in Verbindung gebracht werden, macht den Fund auch für die Erforschung des antiken Seehandels bedeutend.

Schiff auf dem Weg nach Rom gesunken

Archäologen gehen davon aus, dass das Schiff seine Ladung in Rhosus aufgenommen hatte und anschließend in Richtung Rom unterwegs war. Vermutlich geriet es während eines Sturms in Schwierigkeiten und sank nach einer Kollision mit einer Untiefe vor Adrasan.

Die Unterwasserarchäologen setzen ihre Arbeiten an dem Wrack vor der Küste von Antalya fort. Kultur- und Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy bezeichnete die Funde als wichtigen Einblick in die luxuriöse Tafelkultur der Antike.