Antalya – Eine rund 1800 Jahre alte Marmorskulptur des antiken Heilgottes Asklepios ist bei Ausgrabungen in der antiken Stadt Aspendos in der türkischen Provinz Antalya entdeckt worden. Die Statue zeigt Asklepios gemeinsam mit seinem Sohn und Helfer Telesphoros und liefert neue Erkenntnisse über die Bedeutung von Heilung und Gesundheitskulten in der römischen Antike.
Die 2,20 Meter hohe Figurengruppe wurde im Bereich der Ruinen eines monumentalen Tores an der Ostseite des Theaterwegs entdeckt. Kultur- und Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy gab den Fund bekannt. Die Skulptur entstand nach Angaben des Ministeriums im letzten Viertel des 2. Jahrhunderts nach Christus und stammt damit aus der römischen Kaiserzeit.
Asklepios wird als reifer, bärtiger Mann mit langem, dichtem Haar dargestellt. Sein Oberkörper ist weitgehend unbekleidet, während ein Mantel über seine linke Schulter und um Hüfte und Beine drapiert ist. Besonders die Falten des Gewandes sowie die detaillierte Gestaltung von Gesicht, Haaren und Bart weisen laut Ministerium auf den Stil der damaligen Epoche hin.
Zu seinen Füßen steht in deutlich kleinerem Maßstab Telesphoros. Die kindlich dargestellte Figur ist an ihrem langen, den gesamten Körper verhüllenden Kapuzengewand zu erkennen. In der antiken Mythologie symbolisierte Telesphoros den Abschluss einer Behandlung, Genesung und Erholung.
Die Kombination der beiden Figuren hat daher eine besondere Bedeutung: Während Asklepios für Medizin, Behandlung und die Erhaltung der Gesundheit stand, verkörperte Telesphoros die vollständige Genesung. Die Figurengruppe stellt damit symbolisch den gesamten Prozess von der Behandlung einer Krankheit bis zur Erholung dar.
Dass die Skulptur im Bereich eines monumentalen Tores gefunden wurde, deutet nach Einschätzung des Ministeriums darauf hin, dass sie an einem öffentlich und zeremoniell bedeutenden Ort aufgestellt war.
Der Fund liefert den Archäologen zugleich neue Hinweise auf den Asklepios-Kult in Aspendos sowie auf die Rolle von Gesundheitsvorstellungen und religiösen Überzeugungen im städtischen Leben während der römischen Kaiserzeit.