Vor der Küste der südtürkischen Provinz Antalya ist bei Forschungen das bislang älteste bekannte Schiffswrack der Welt entdeckt worden. Das rund 4700 Jahre alte Wrack vor der Insel Kekova wurde offiziell in das Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen. Es stammt aus der frühen Bronzezeit.
Die Unterwasserforschungen begannen 2024 unter Leitung von Hakan Öniz, Leiter der Abteilung für Denkmalschutz und Restaurierung an der Akdeniz-Universität. Die Arbeiten wurden im Auftrag des türkischen Kultur- und Tourismusministeriums durchgeführt.
Zunächst hatten die Forscher das Wrack für ein Schiff aus osmanischer Zeit gehalten und sein Alter auf etwa 100 bis 400 Jahre geschätzt. Doch die wissenschaftliche Untersuchung der geborgenen Fundstücke brachte eine überraschende Erkenntnis: Die Artefakte, die in einer Tiefe von 35 bis 40 Metern entdeckt wurden, sind fast 5000 Jahre alt.
Amphoren lieferten entscheidende Hinweise
Den entscheidenden Hinweis auf die Datierung lieferten Vergleiche mit ähnlichen Amphoren, die aus Ägypten bekannt sind. Anhand der antiken Vorratsgefäße konnten die Wissenschaftler das Wrack der frühen Bronzezeit zuordnen.
Öniz sieht den Fund als Beleg für die Bedeutung der Türkei in der Unterwasserarchäologie. Das Land verfüge über spezialisierte Forschungsteams, eine leistungsfähige Infrastruktur und eine Küste mit außergewöhnlich reichem archäologischem Erbe.
Die geborgenen Fundstücke, überwiegend Amphoren, werden derzeit konserviert und wissenschaftlich untersucht. Die Arbeiten finden sowohl in regionalen Laboren als auch im Unterwasserarchäologielabor der Akdeniz-Universität in Kemer statt.
Ein Teil der Funde soll künftig im geplanten Museum „Vier Meere, ein Museum“ im Istanbuler Stadtteil Haydarpaşa ausgestellt werden. Weitere Exponate sind für das entstehende Museum für Unterwasserarchäologie des Mittelmeers in Kemer vorgesehen.