850 Millionen Stiele für die Welt: Antalyas boomende Blumen-Exporte

19.01.2026 – 8:00 Uhr

Die türkische Mittelmeermetropole Antalya festigt ihre Position als eine der wichtigsten europäischen Drehscheiben für Schnittblumen. Wie der Vorsitzende der Antalyaer Handelsbörse (ATB), Ali Çandır, mitteilte, wurden in der Region im Jahr 2025 rund 850 Millionen Blumenstiele produziert. Drei Viertel dieser Menge, also etwa 638 Millionen Stiele, wurden exportiert.

Die türkischen Ausfuhren von Zierpflanzen und -erzeugnissen stiegen im vergangenen Jahr landesweit um 14 Prozent auf 160 Millionen US-Dollar. Antalya allein trug dazu mit Exporten im Wert von 61 Millionen US-Dollar bei, was einem Anteil von 38 Prozent an den nationalen Gesamtausfuhren entspricht. Bei Schnittblumen liege der Anteil der aus Antalya exportierten Menge sogar bei rund 90 Prozent, so Çandır. Die Hauptabnehmerländer sind die Niederlande, Deutschland und Großbritannien. Der Versand in diese Länder beginnt traditionell im Februar.

Trotz der positiven Exportbilanz sieht sich die Branche mit Herausforderungen konfrontiert. „Der Sektor ist wie alle anderen auch stark von Kostensteigerungen betroffen“, erklärte der ATB-Vorsitzende. Besorgniserregend sei der starke Anstieg der Blumenimporte in die Türkei in den letzten Jahren. „Inzwischen importieren wir etwa halb so viele Zierpflanzen, wie wir exportieren. Das muss unbedingt kontrolliert werden“, forderte Çandır. Zusätzlich belasten Wechselkursschwankungen die Produzenten.

Für das laufende Jahr rechnet der Branchenvertreter mit einem weiteren Exportwachstum von etwa fünf Prozent. Die Ausfuhren hätten mit dem Lehrertag begonnen und setzten sich mit dem Valentinstag sowie den Muttertags- und Osterfestlichkeiten im In- und Ausland fort.

Çakır betonte zudem die zentrale Rolle von Frauen in der Blumenproduktion. „Die Blumenbranche ist ein Sektor mit einem hohen Anteil weiblicher Arbeitskräfte. Frauen bringen ihre Emotionen in die Arbeit ein. Wo Frauenhand anlegt, werden die Blumen qualitativ hochwertiger und mit mehr Sorgfalt produziert.“ Er sprach sich dafür aus, die in der verarbeitenden Industrie üblichen finanziellen Anreize, wie reduzierte Sozialversicherungsbeiträge, auch auf den Zierpflanzenbau auszuweiten, um die Kostenbelastung zu senken.