Das 63. Internationale Antalya Altın Portakal Filmfestival beginnt am 24. Oktober mit dem traditionellen Umzug. Unter dem Motto „Daima” („Für immer”) werden auch Filme aus Kriegsgebieten wie Palästina, der Ukraine, dem Libanon und dem Iran gezeigt.
Das älteste und traditionsreichste Filmfestival der Türkei findet vom 24. bis 31. Oktober statt. Die Auftaktveranstaltung wurde am [Datum] in Antalya vorgestellt. An der Pressekonferenz nahmen die stellvertretende Oberbürgermeisterin Büşra Özdemir, der künstlerische Leiter des Festivals Deniz Yavuz, der Juryvorsitzende des nationalen Spielfilmwettbewerbs Derviş Zaim, das Jurymitglied des internationalen Spielfilmwettbewerbs Fadik Sevin Atasoy, der Generaldirektor von ANSET Canip Can sowie der Verwaltungsdirektor des Festivals Ramazan Demir teil.
Acht Tage Film und Begegnung
Das Festival wird am 24. Oktober mit dem traditionellen Kortege eröffnet, bei dem Schauspielerinnen und Schauspieler mit der Bevölkerung zusammentreffen. Anschließend findet die Eröffnungszeremonie in der Antalya Kapalı Spor Salonu (geschlossene Sporthalle) statt. Die acht Tage dauernden Filmvorführungen kosten im ermäßigten Tarif 20 Lira, Vollpreistickets 50 Lira. Nach den Vorführungen und Bewertungen werden die Preise am 31. Oktober bei der Abschlusszeremonie im Cam Piramit verliehen.
„Das Licht des Kinos soll niemals erlöschen“
Büşra Özdemir betonte, man setze sich dafür ein, dass das Licht des Altın Portakal niemals erlösche. „Mit seiner 63-jährigen, tief verwurzelten Geschichte bereitet sich Altın Portakal erneut auf eine Festivalwoche voller Kino, Filmschaffender und mit Spannung erwarteter Filme vor“, sagte sie. Man werde von der Leidenschaft und Entschlossenheit für das Kino nicht ablassen und die starke Bindung zum Altın Portakal stets aufrechterhalten. Das diesjährige Motto „Daima” drücke den Willen aus, diese Tradition in die Zukunft zu tragen. „Denn wir wollen, dass das Licht des Kinos niemals erlischt“, so Özdemir.
Filme aus Kriegsgebieten im Programm
Zur Programmgestaltung erklärte Özdemir, dass man mit einer seit zwei Jahren bestehenden Sonderauswahl den Filmschaffenden in Ländern, in denen Krieg herrscht, Gehör verschafft. In dieser Sonderreihe würden iranisches, palästinensisches, ukrainisches und libanesisches Kino dem Publikum präsentiert. Das Festival trage die Stimme der Kunst von Antalya aus in die Türkei und die Welt. Als Großstadtgemeinde sei man stolz darauf, ein so tief verwurzeltes kulturelles und künstlerisches Erbe in die Zukunft zu tragen und sich hinter Kunst, Kino und Filmschaffende zu stellen.
Juryvorsitzender Zaim: „Objektivität ist das Ziel”
Der Juryvorsitzende des nationalen Wettbewerbs, Derviş Zaim, kündigte an, dass er gemeinsam mit seinen Jurykolleginnen und -kollegen möglichst objektive Entscheidungen treffen werde. Es sei äußerst wertvoll, dass das Festival seit 63 Jahren stattfinde. Festivals mit mehr als 20 Ausgaben würden inzwischen als alt eingestuft, daher gelte es, diesen Wert zu schätzen. Er selbst habe 1996 hier seinen ersten Filmpreis erhalten. Als Regisseur eines vor 30 Jahren gedrehten Films nun als Juryvorsitzender zurückzukehren, sei ehrenvoll. Teil dieses Festes zu sein, mache ihn glücklich.
Atasoy: „Hier geboren, hier gewachsen, hier gereift”
Jurymitglied Fadik Sevin Atasoy bezeichnete das Festival als kulturelles Gedächtnis der Türkei, das über ein bloßes Filmfestival hinausgehe. Sie selbst habe ihren Anteil an diesem Gedächtnis: Beim 42. Altın Portakal habe sie ihren ersten Preis erhalten und damit ihre Kinokarriere begonnen. Beim 45. Festival war sie unter dem Vorsitz des verstorbenen Tuncel Kurtiz Jurymitglied, vor neun Jahren erneut in der internationalen Jury. „Ich kann sagen: Hier bin ich geboren, hier bin ich gewachsen, hier bin ich gereift“, so Atasoy. Sie sei sehr aufgeregt und freue sich darauf, in diesem Jahr schöne Filme sehen zu können.
Barrierefreie Angebote und digitale Materialien
Ramazan Demir, der Verwaltungsdirektor des Festivals, kündigte Neuerungen an: So werde es erstmals zwei Filme für Menschen mit Behinderung geben, einen für Erwachsene und einen für Kinder. Zudem würden die Kinoveranstaltungen in 16 Stadtbezirken fortgesetzt. Im Rahmen von COP31 sei man von Papiermaterialien zu digitalen Materialien übergegangen. Das Festivalbudget beträgt in diesem Jahr 136 Millionen Lira und wird vollständig aus dem Budget der Gemeinde bestritten.
Preise und Förderung
Der künstlerische Leiter Deniz Yavuz erklärte, dass beim zum 13. Mal stattfindenden Film Forum 27 Projekte in fünf Kategorien um Förderpreise in Höhe von insgesamt 1,5 Millionen Lira konkurrieren. Im nationalen Spielfilmwettbewerb ist der Preis für den besten Film mit 5 Millionen Lira dotiert, insgesamt werden 11 Millionen Lira an Preisen vergeben. Bei der Zusammenstellung der Jury habe man Filmschaffende aus Regionen einbeziehen wollen, in denen Kriege Leben zerstören. Die palästinensische Künstlerin Yasmin El Masri und die ukrainische Filmemacherin Marina Er Gorbach haben ihre Teilnahme bereits zugesagt.
„Licht ist unverzichtbar für das Kino“
Yavuz weiter: „Licht ist für das Kino unverzichtbar. Dem diesjährigen Festivalmotto „Daima” liegt die Philosophie zugrunde: Das Licht des Kinos soll immer eingeschaltet bleiben.“ In Zeiten, in denen die Ausübung von Kultur und Kunst durch wirtschaftliche und Lebensumstände erheblich erschwert wird, sind Filmfestivals wichtige Ventile. Für Filmschaffende ist Altın Portakal wie alle Festivals ein bedeutender Ort, ein Treffpunkt und Teil der altehrwürdigen Tradition des Landes.
Canip Can fügte hinzu, dass das vom 24. bis 31. Oktober stattfindende Festival mit der Kraft seiner langen Geschichte das Kino weiter unterstützen, die Filmkultur fördern und dieses wertvolle Erbe an künftige Generationen weitergeben werde.