Während Urlauber an den Stränden von Antalya bei Temperaturen von über 30 Grad die Sonne genießen und sich im 26 Grad warmen Mittelmeer abkühlen, kämpfen Einsatzkräfte nur wenige Kilometer entfernt noch immer gegen meterhohe Schneemassen. Die türkische Ferienregion zeigt sich derzeit von zwei völlig unterschiedlichen Seiten.
An der Mittelmeerküste herrscht Hochsommer. Die hohe Luftfeuchtigkeit von rund 80 Prozent lässt die Temperaturen noch drückender wirken. Einheimische und Touristen strömen in Scharen an die Strände von Konyaaltı, um sich im Meer zu erfrischen. Andere suchen Schatten in den Grünanlagen entlang der Promenade oder genießen den Blick auf das Meer und das beeindruckende Beydağları-Gebirge. Auch Wassersportangebote wie Jetski, Parasailing und Kanufahren erfreuen sich großer Beliebtheit.
Doch während an der Küste Badegäste die Sonne genießen, bieten sich in den Bergen Antalyas völlig andere Bilder. In rund 2.600 Metern Höhe räumen Mitarbeiter der Stadtverwaltung noch immer Schnee von den Zufahrtsstraßen zu den Hochweiden. Im Gebiet Karabul-Susambeli im Landkreis Gündoğmuş erreichen die Schneemassen stellenweise eine Höhe von bis zu zehn Metern – und das im Juni.
Die Teams haben bereits rund 60 Kilometer Straße wieder für den Verkehr freigegeben. Die letzten zehn Kilometer sollen innerhalb einer Woche geräumt werden. Ohne die Arbeiten könnten einige Strecken nach Angaben der Anwohner noch bis zu zwei Monate unpassierbar bleiben.
Für die Bewohner der Region sind die Straßen von großer Bedeutung. Hirten, Imker und Viehzüchter sind auf die Zufahrten angewiesen, um ihre Sommerweiden zu erreichen. „An den Stränden von Antalya werden Temperaturen von über 30 Grad gemessen, während wir hier noch Schnee räumen“, sagt der Ortsvorsteher Hasan Hüseyin Öztürk. Die Arbeiten seien für die Menschen in der Region unverzichtbar.
Auch Viehzüchter Mehmet Çetiner zeigt sich dankbar. Er verbringt die Sommermonate mit seinen Tieren auf den Hochweiden und ist auf die geräumten Straßen angewiesen. Die Schneeräumung erleichtere den Alltag der Menschen vor Ort erheblich.
Kaum eine andere Region der Türkei verdeutlicht derzeit die klimatischen Gegensätze des Landes so eindrucksvoll wie Antalya: Während an der Küste bereits Hochsommer herrscht, kämpft man in den Höhenlagen des Taurusgebirges noch immer mit den Hinterlassenschaften des Winters.