Millionen kennen die Bilder des Kaputaş-Strandes aus Reisekatalogen und sozialen Netzwerken: ein schmaler Streifen goldgelben Sandes, eingebettet in eine gewaltige Schlucht und umspült von nahezu surreal leuchtendem, türkisfarbenem Wasser. Diese Postkartenkulisse im Landkreis Kaş, rund 20 Kilometer vom Zentrum entfernt, hat sich längst zu einem der begehrtesten Fotomotive der Türkischen Riviera entwickelt – mit allen Nebenwirkungen.
Der Strand, der offiziell zu den schönsten Küstenabschnitten Europas zählt, dient dem Tourismusland Türkei regelmäßig als Aushängeschild internationaler Werbekampagnen. In der laufenden Sommersaison pilgern erneut täglich Tausende in- und ausländische Urlauber zu dem Naturwunder. Die Kehrseite der Popularität zeigt sich auf der direkt oberhalb verlaufenden Küstenstraße: Sobald die Parkplätze belegt sind, weichen die Besucher auf die Seitenstreifen aus. Es bilden sich lange Blechlawinen.
Wer das türkisfarbene Nass tatsächlich erreichen möchte, dem steht ein 187-stufiger Abstieg bevor. Während sich einige Besucher den Weg durch die Felsen hinunter zum belebten Ufer bahnen, verzichten andere Touristen auf ein Bad im Meer. Stattdessen halten sie die Szenerie von den oberen Aussichtspunkten aus mit ihren Handykameras fest.
Der digitale Hype hat das einst versteckte Kleinod endgültig zu einem globalen Hotspot gemacht. Gäste aus zahlreichen Ländern reisen gezielt in die Provinz Antalya, um den markanten Canyon, in den der Fluss mündet, mit eigenen Augen zu sehen. Die Betreiber vor Ort verweisen auf die immense Strahlkraft des Strandes für die gesamte regionale Wirtschaft, während die Verantwortlichen versuchen, den permanenten Ansturm in der Hochsaison logistisch zu bewältigen.