Aydın – Ein bedeutendes archäologisches Gebiet an der türkischen Ägäisküste, das mit der antiken Stadt Pygela in Verbindung steht, wurde offiziell unter Schutz gestellt.
Das Otuzbirler-Areal-Nekropole im Stadtteil Türkmen in Kuşadası wurde vom Regionalen Vorstand für den Schutz von Kulturgütern Aydın als archäologische Stätte ersten Grades registriert.
Die Entscheidung garantiert den strikten Schutz der Nekropole, die vermutlich Teil der antiken Siedlung Pygela war – einer historisch bedeutenden, aber wenig bekannten Stadt der Region.
Bahattin Sürücü, Leiter einer lokalen Umweltschutzgruppe, begrüßte die Maßnahme und bezeichnete Pygela als „eines der sensibelsten Gebiete von Kuşadası“.
„Wir haben die Verantwortung, die natürliche und kulturelle Landschaft dieses Ortes ungestört an kommende Generationen weiterzugeben“, betonte Sürücü.
Da sich die Nekropole bisher außerhalb offiziell registrierter Landparzellen befindet, konnten bislang keine Denkmalschutzanmerkungen angewendet werden. Mit der neuen Registrierung sollen die Grenzen neu definiert und neue Parzellen eingerichtet werden, um einen umfassenden Schutz zu gewährleisten.
Die Nekropole liegt direkt hinter Adagöl, einem Gebiet, das möglicherweise noch unentdeckte archäologische Relikte birgt. Sürücü wies darauf hin, dass jederzeit weitere Kulturgüter im Zusammenhang mit Pygela entdeckt werden könnten.
Antike Quellen verorten Pygela nördlich der Nekropole. Laut dem Geographen Strabon war die Siedlung mit Agamemnon, einem mythischen König von Mykene, verbunden und beherbergte einen Tempel der Artemis Munychia.
Archäologische Untersuchungen der Aydın Adnan Menderes Universität deuten darauf hin, dass Pygela ursprünglich als Hügel-Siedlung entstand und später nördlich als Hafenstadt expandierte, wobei sich der städtische Schwerpunkt in römischer und byzantinischer Zeit verschob.
Experten betonen, dass das Pygela-Gebiet als Ganzes betrachtet werden sollte, um die vielschichtige Geschichte von Kuşadası effektiv zu bewahren.