Türkei: Bafa-See erholt sich – Wasserstand wieder auf Normalniveau

Bild: DHA
11.02.2026 – 13:00 Uhr

BODRUM / AYDIN–MUĞLA – Der durch Dürre und Verschmutzung stark geschädigte Bafa-See hat sich erholt: Nachdem sich das Ufer zeitweise um rund 50 Meter zurückgezogen hatte, ist der Wasserstand nun dank Zufluss aus dem Großen Mäander (Büyük Menderes) und der jüngsten Niederschläge wieder auf sein früheres Niveau gestiegen.

Der See, der sich über die Provinzen Aydın und Muğla erstreckt, umfasst eine Fläche von 6.721 Hektar und erreicht stellenweise eine Tiefe von bis zu 25 Metern. Er ist Lebensraum für 325 Pflanzenarten sowie wichtiger Rastplatz für tausende Zugvögel, darunter Flamingos. Im vergangenen Sommer hatte anhaltende Trockenheit in Kombination mit Umweltverschmutzung zu einer drastischen Absenkung des Wasserspiegels geführt.

Großer Mäander bringt neues Leben

Im Rahmen einer Maßnahme der staatlichen Wasserbehörde DSİ wurde seit Oktober Wasser aus dem Großen Mäander in den Bafa-See geleitet. Über aufblasbare Wehre in der Söke-Ebene wurde der Fluss gezielt in den See umgeleitet. Besonders die ergiebigen Regenfälle im Januar und Februar trugen zusätzlich dazu bei, dass sich der Wasserstand normalisierte.

Mit dem steigenden Wasserspiegel verschwanden auch die Spuren der Trockenheit – ebenso wie der zuvor wahrnehmbare starke Geruch rund um den See. Aktuelle Drohnenaufnahmen zeigen, dass das Wasser wieder die früheren Uferlinien erreicht hat und sich das Ökosystem sichtbar erholt.

Die Rückkehr des Wassers sorgte auch bei den Fischern für Erleichterung, deren Lebensgrundlage eng mit dem See verbunden ist. Zudem kehrten zahlreiche Vogelarten zurück und bieten erneut eindrucksvolle Naturbilder.

Warnung vor anhaltender Verschmutzung

Der Leiter des Fachbereichs Wasserressourcen an der Muğla-Sıtkı-Koçman-Universität, Doç. Dr. Ceyhun Özçelik, begrüßte die Entwicklung, warnte jedoch zugleich vor bestehenden Risiken. Zwar sei ein deutlicher Anstieg des Wasserspiegels zu verzeichnen, doch weiterhin gelangten Schadstoffe über Zuflüsse in den See.

„Es ist entscheidend, die Schadstoffkonzentrationen unter Kontrolle zu bringen und insbesondere industrielle Einleitungen streng zu überwachen. Nur so kann die aktuelle Erholung dauerhaft gesichert werden“, betonte Özçelik. Angesichts künftig begrenzter Niederschläge müsse zudem langfristig mit einer geringeren Wasserzufuhr gerechnet werden.