Die Unechte Karettschildkröte „Tuba“ (Caretta caretta), die 2019 in Muğla erstmals mit einem Satellitensender ausgestattet wurde, setzt ihre zweite Reise durch das Mittelmeer und die Ägäis fort. Nach ihrem Start vom İztuzu-Strand im vergangenen Jahr erkundet die Schildkröte weiterhin die Küstengewässer von Muğla.
Die 25–30 Jahre alte Schildkröte wurde am 28. August 2019 im Rahmen eines Projekts des Forschungs-, Rettungs- und Rehabilitationszentrums für Meeresschildkröten (DEKAMER) mit Unterstützung der TUI Care Foundation ins Meer entlassen. „Tuba“ war die erste Schildkröte, die aus der Türkei bis in die Adria verfolgt wurde.
Nach ihrer Freilassung blieb sie zunächst etwa zwei Monate vor der Küste von Marmaris, bevor sie innerhalb eines Monats Griechenland erreichte. Über die Küsten Maltas, Italiens, Bosnien-Herzegowinas, Albaniens, Montenegros und Kroatiens legte sie auf ihrem ersten großen Abenteuer rund 25.000 Kilometer zurück und lieferte Forschern damit wertvolle Daten.
Zur Rückkehr zum Nistplatz erhielt „Tuba“ im August 2025 ein zweites Satellitengerät und wurde erneut ins Meer entlassen.
Erneute Erkundung des Mittelmeers und der Ägäis
Professor Yakup Kaska, Direktor von DEKAMER und Biologe an der Pamukkale-Universität, berichtete der Anadolu Agency (AA), dass „Tuba“ seit dem 9. August etwa 10.000 Kilometer auf ihrer zweiten Reise zurückgelegt hat.
„Wir verfolgen Tuba weiterhin. Auf ihrer zweiten Weltreise hat sie bisher praktisch das gesamte Mittelmeer erkundet und nahezu alle Inseln der Ägäis besucht“, sagte Kaska.
Er erinnerte daran, dass die Schildkröte bereits zuvor etwa vier Jahre lang überwacht wurde und die Beobachtungen 2025 mit einem neuen Sender fortgesetzt wurden. Die Daten des zweiten Geräts sollen viele Fragen über Wanderungen und bevorzugte Routen der Schildkröte beantworten.
„Anfangs waren wir sehr gespannt, ob sie denselben Weg wie zuvor nehmen würde. Sie durchstreifte die Gewässer um Rhodos und Bodrum südlich von Karaada, insgesamt etwa 10.000 Kilometer. In direkter Linie entspricht das rund 2.000 Kilometern, doch sie blieb größtenteils in unseren Hoheitsgewässern. Ich schätze, dass Tuba ihr erstes Jahr im Mittelmeer und in der Ägäis abschließen wird. Ob sie erneut nisten oder eine zweite Migrationsroute einschlagen wird, ist etwas, worauf wir alle gespannt warten“, erklärte Kaska.
Er betonte, dass Satellitenverfolgung entscheidend sei, um zu verstehen, wie Meeresschildkröten die Meeresgebiete nutzen und welche Routen sie bevorzugen.