Die Güvercinada-Burg vor der Küste von Kuşadası steht seit 2020 auf der vorläufigen UNESCO-Liste. Bis zur Aufnahme in das Welterbe fehlt jedoch noch ein entscheidender Schritt.
Die Güvercinada-Burg vor der Küste von Kuşadası in der westtürkischen Provinz Aydın wartet weiterhin auf die Anerkennung als UNESCO-Welterbe. Sechs Jahre nach ihrer Aufnahme in die sogenannte Tentativliste steht die historische Festung noch immer auf der Vorschlagsliste möglicher Welterbestätten.
Die Aufnahme erfolgte 2020 als Teil einer größeren Gruppe von Festungen und befestigten Siedlungen entlang genuesischer Handelsrouten, die vom Mittelmeer bis zum Schwarzen Meer reichten. Den Antrag bereitete die Stadtverwaltung von Kuşadası mit Unterstützung des Gouverneursamts der Provinz Aydın vor.
Festung zum Schutz vor Piraten
Die Burg wurde errichtet, um den Eingang zum Golf von Kuşadası zu sichern. Die innere Festung geht auf den osmanischen Großadmiral Barbaros Hayrettin Paşa zurück. Die äußeren Mauern ließ später İlyas Ağa während des Morea-Aufstands errichten, um die Insel vor Piratenangriffen zu schützen.
Heute beherbergt die restaurierte innere Festung ein Freilichtmuseum mit thematischem Schwerpunkt. In der Ausstellung zur Geschichte des Seehandels wird das maritime Erbe der Region von der Römerzeit bis zur osmanischen Epoche präsentiert. Jährlich zieht die Anlage zahlreiche Besucher aus dem In- und Ausland an.
Tentativliste ist noch keine Auszeichnung
Die UNESCO-Tentativliste umfasst Stätten, die ein Land künftig für die Aufnahme in die Welterbeliste vorschlagen könnte. Die Eintragung in diese Liste ist Voraussetzung für eine offizielle Nominierung, garantiert jedoch keine spätere Anerkennung. Die endgültige Entscheidung trifft das UNESCO-Welterbekomitee.