IZMIR – Im Rahmen der 95. Internationalen Messe von İzmir ist die Ausstellung „ROMANTİKA / Bir Ömrün Seyrüseferi“ über den türkischen Dichter Nâzım Hikmet eröffnet worden. Sie gilt als eine der bislang umfangreichsten Ausstellungen über den Schriftsteller in der Türkei.
Die Ausstellung wurde von der Stadtverwaltung İzmir unterstützt und von Folkart produziert. Vom 5. September 2026 bis zum 15. Januar 2027 ist sie im Atlas-Pavillon zu sehen.
Zur Eröffnung kamen unter anderem der Bürgermeister von İzmir, Cemil Tugay, Vertreter verschiedener Parteien, Wirtschaftsvertreter sowie zahlreiche Kulturschaffende und Kunstinteressierte.

Eine Reise durch Nâzım Hikmets Leben
Bürgermeister Tugay bezeichnete die Ausstellung als eine Reise durch das Leben, die Kunst und die nachhaltige Wirkung des Dichters. Der Titel „Romantika“ geht auf den ursprünglichen Titel von Hikmets autobiografischem Roman zurück, der später unter dem Namen „Yaşamak Güzel Şey Be Kardeşim“ veröffentlicht wurde.
Die Verbindung zu İzmir spielt dabei eine zentrale Rolle. Der Roman beginnt zeitlich in İzmir, und auch Nâzım Hikmets Aufenthalt in der Stadt im Jahr 1925 sowie Werke wie „Güneşi İçenlerin Türküsü“ und „Kuvâyi Milliye“ bilden wichtige Bezugspunkte der Ausstellung.
„Wir erleben die Rückkehr einer großen Geschichte an ihren Ausgangspunkt – eine Geschichte der Heimkehr“, sagte Tugay. Die Ausstellung führe gewissermaßen durch eine in İzmir geöffnete Tür in das gesamte Leben des Dichters.
Hunderte Dokumente und persönliche Gegenstände
Die von M. Melih Güneş kuratierte und von Ömer Durmaz gestaltete Ausstellung erstreckt sich über rund 2.125 Quadratmeter und 15 Säle einschließlich des Foyers.
Zusammengetragen wurden Hunderte Dokumente, Manuskripte, persönliche Gegenstände sowie audiovisuelle Materialien aus Archiven und privaten Sammlungen in der Türkei und im Ausland. Literatur, Malerei, Skulptur, Fotografie, Film und Design werden dabei miteinander verbunden.
Statt Nâzım Hikmets Leben ausschließlich chronologisch zu erzählen, setzt die Ausstellung auf eine mehrschichtige Inszenierung, die unterschiedliche Lebensphasen und Themen miteinander verknüpft.
„Eine der besonderen und umfassendsten Ausstellungen“
Ali Galip Savaşır von der Nâzım-Hikmet-Kultur- und Kunststiftung in Moskau bezeichnete die Ausstellung als eine tiefgehende Reise durch das bewegte Leben des Dichters – von seinen Büchern und Liebesbeziehungen über Exil und Hoffnung bis zu seinem Glauben an die Menschheit.
Er hoffe, dass die Ausstellung auch den Weg für ein Nâzım-Hikmet-Museum ebnen werde.
Auch Zeynep Oral, Vorstandsmitglied der Nâzım-Hikmet-Kultur- und Kunststiftung, zeigte sich beeindruckt und betonte, dass insbesondere Schüler und junge Menschen die Ausstellung sehen sollten.
Folkart-Vorstand Mesut Sancak verwies unterdessen auf den großen Zuspruch zu früheren Ausstellungen. Eine im vergangenen Jahr gezeigte Atatürk-Ausstellung habe 295.000 Besucher angezogen. Dies zeige, wie groß das Interesse der Menschen in İzmir an Kunst und Kultur sei.
Nach den Eröffnungsreden besichtigten Bürgermeister Tugay und die geladenen Gäste die Ausstellung.