Im rund acht Kilometer von der Kreisstadt Kızılören in der Provinz Afyonkarahisar entfernten Kisra-Tal hat eine botanische Kostbarkeit ihre jährliche Hochphase erreicht: Die unter strengem Schutz stehende Korallen-Pfingstrose (türkisch: ayı gülü) steht in voller Blüte. Auf einer Fläche von etwa 30.000 Quadratmetern bedecken die leuchtend roten Blumen den Talgrund in zwei Abschnitten und bieten in den Monaten Mai und Juni ein beeindruckendes Naturschauspiel.
Die auch unter den Namen „Şakayık“ oder „rote Rose“ bekannte Pflanze trägt den lateinischen Namen Paeonia officinalis. Sie kommt in der Türkei ausschließlich an diesem Standort vor und gilt als endemische Art. Das Naturereignis lockt jährlich Besucher an, die das Blütenmeer für Erinnerungsfotos nutzen.
Um das empfindliche Ökosystem zu bewahren, haben die regionale Direktion für Naturschutz und Nationalparks sowie die Afyon Kocatepe Universität ein spezielles Schutzregime für das Gebiet eingerichtet. Kameras und Fotofallen überwachen die Bestände, um eine ungestörte Vermehrung der Pflanze zu gewährleisten.

Die gesetzlichen Sanktionen für Eingriffe in die geschützte Flora sind erheblich: Das Abpflücken oder Beschädigen einer einzelnen Blume wird für Privatpersonen mit einer Geldbuße von 699.245 Türkischen Lira (ca. 13.000 Euro) geahndet. Für Institutionen und Unternehmen erhöht sich der Strafbetrag auf bis zu 3.496.767 Lira (ca. 65.500 Euro).
„Die Pflanze blüht nur in dieser Region, eine andere gibt es nicht“, erklärt Mesut Altınkaya, der Dorfvorsteher von Gülyazı, einem Ortsteil von Kızılören. Die Blüte beginne Ende April und dauere bis Ende Mai an. Die gesamte Fläche sei mit den Blumen bedeckt.
Asım Yıldız, der Vorsitzende des Bergsteiger- und Natursportvereins Sandıklı, betonte die Einzigartigkeit dieser Art: „Es ist eine endemische Pflanze. Als seltene Spezies müssen wir sie schützen. Neben der Dorfbevölkerung und dem Dorfvorsteher überwachen auch die Nationalparks das Gebiet mit versteckten Fotofallen.“