İZMİR – Die antike Stadt Ephesus in der westtürkischen Provinz İzmir steht vor einer umfassenden Neuorganisation ihres Besucherbereichs. Während die Behörden von einem wichtigen Schritt für Schutz und Erhalt sprechen, sorgt das Projekt in der Öffentlichkeit für kontroverse Diskussionen – insbesondere wegen Befürchtungen über mögliche kommerzielle Entwicklungen.
Birol İnceciköz, Leiter der Generaldirektion für Kulturgüter und Museen, betonte, die Stätte dürfe „nicht den Einnahmen aus Parkgebühren geopfert werden“. Der Widerstand gegen das Vorhaben hänge vor allem mit dem Wegfall bisheriger Parkflächen zusammen, die bislang Einnahmen generierten.
Mit mehr als 2,5 Millionen Besuchern im Jahr 2025 bleibt Ephesos die meistbesuchte archäologische Stätte der Türkei. Doch der aktuelle Eingangsbereich, die kommerziellen Einheiten und die Parkplätze könnten weder hinsichtlich Kapazität noch Ästhetik dem Besucherandrang gerecht werden, so İnceciköz. Problematisch sei zudem, dass sich diese Einrichtungen mitten im archäologischen Kerngebiet befinden.
Im Zuge der vom Kulturministerium geplanten Umstrukturierung soll der Haupteingang künftig außerhalb der antiken Stadtmauern liegen. Die bisherigen Parkflächen und Verkaufsbereiche im Zentrum des Areals werden entfernt. Dadurch sollen neue Ausgrabungen und bessere Konservierungsmaßnahmen ermöglicht werden.
Nach Angaben İnceciköz’ haben Bodenradar-Untersuchungen unter den bestehenden Strukturen bereits Überreste eines byzantinischen Palastes nachgewiesen. Diese sollen freigelegt, restauriert und künftig in die reguläre Besucherroute integriert werden.
Das Projekt hatte in der Vergangenheit Spekulationen ausgelöst, wonach kommerzielle Interessen – etwa ein Einkaufszentrum oder erweiterte Verkaufsflächen – an die Stelle der bisherigen Anlagen treten könnten. Die Behörden weisen diese Vorwürfe zurück und betonen, dass der Fokus ausschließlich auf Schutz, wissenschaftlicher Erforschung und nachhaltigem Besuchermanagement liege.