13-Jährige druckt Näpfe & Spielzeuge aus dem 3D-Drucker – für ein ganzes Katzenviertel in Izmir

Bilder: DHA
18.08.2026 – 14:00 Uhr

Izmir. Was als lokales Projekt für Straßenkatzen begann, bekommt Unterstützung von einer ungewöhnlich jungen Helferin: Die 13-jährige Bade Çağlar produziert mit einem 3D-Drucker Futter- und Wassernäpfe sowie Spielzeug für Katzen in Izmir.

Im Stadtteil Karataş im Bezirk Konak hat der 35-jährige Sarper Yeniçeri das Projekt „Kedi Mahallesi“ – „Katzenviertel“ ins Leben gerufen. Auf einem zuvor ungenutzten Grundstück entstand ein speziell auf die Bedürfnisse der Tiere zugeschnittener Lebensraum.

Dort gibt es Futter- und Wasserstellen, Schlafplätze und eigene Bereiche für die Katzen.

 

 

13-Jährige wird zur 3D-Druck-Helferin

Bade Çağlar wurde über soziale Medien auf das Projekt aufmerksam. Gemeinsam mit ihrer Mutter nahm sie Kontakt zu den Initiatoren auf und fragte, wie sie helfen könne.

Ihre Antwort: Sie legte mit ihrem 3D-Drucker los.

Die 13-Jährige fertigte verschiedene Futter- und Wassernäpfe sowie Spielzeug an. Besonders die Näpfe entwickelte sie ergonomischer: Futter und Wasser befinden sich etwas erhöht, damit die Katzen leichter daran gelangen.

Für die Wasserversorgung nutzt sie außerdem ein einfaches System mit einer umgedrehten Wasserflasche. Sinkt der Wasserstand im Napf, läuft automatisch neues Wasser aus der Flasche nach.

„Als ich gesehen habe, dass die Katzen aus den von mir gemachten Näpfen fressen und trinken, war ich sehr glücklich“, erzählt Bade.

 

 

Aus einem Grundstück wird ein Katzenviertel

Projektgründer Yeniçeri wollte gleich mehrere Probleme lösen. In dem historischen und touristisch beliebten Viertel gibt es zahlreiche brachliegende Grundstücke, die teilweise zu Hygieneproblemen führten. Gleichzeitig sorgte die Versorgung der Straßenkatzen immer wieder für Konflikte.

Seine Idee: Leerflächen sinnvoll nutzen und gleichzeitig den Katzen einen geschützten Lebensraum bieten.

Dafür recherchierte er mit Tierschutzorganisationen aus verschiedenen Ländern und beschäftigte sich mit wissenschaftlichen Untersuchungen über Katzenkolonien, Futterstellen und geeignete Unterkünfte.

„Unsere Katzen sind Botschafter des Tourismus“

Yeniçeri denkt dabei sogar über die Grenzen des Tierschutzprojekts hinaus. Die berühmten Straßenkatzen Izmirs könnten seiner Meinung nach zu einer besonderen touristischen Attraktion werden.

Seine Vision ist groß: Touristen aus aller Welt sollen eines Tages gezielt nach Izmir reisen, um die berühmten Katzen zu sehen. Auch Kooperationen mit bekannten Marken und die Verwendung der Tiere als Motive kann er sich vorstellen.

Bis dahin wächst das „Katzenviertel“ Schritt für Schritt – mit Hilfe von Anwohnern, Tierfreunden und einer 13-jährigen 3D-Druckerin, die ihre ganz eigene Art gefunden hat, den Tieren zu helfen.