Zukunft von Sergen Yalçın bei Beşiktaş ungewiss – Vereinsführung prüft Alternativen

11.05.2026 – 11:00 Uhr

Bei Beşiktaş Istanbul spitzt sich die Lage um Cheftrainer Sergen Yalçın dramatisch zu. Nach dem schmerzhaften Ausscheiden im türkischen Pokal gegen Konyaspor und der darauffolgenden Niederlage in der Süper Lig gegen Trabzonspor steht der Traditionsklub vor einer richtungsweisenden Woche. Wie aus Vereinskreisen verlautet, wird die Zukunft des 53-jährigen Trainers in den kommenden Tagen endgültig entschieden. Für den Fall einer Trennung hat die Vereinsführung bereits zwei namhafte Kandidaten in die engere Wahl gezogen.

Der Druck auf Yalçın ist massiv. Erst kürzlich wurde er von den eigenen Anhängern zum Rücktritt aufgefordert. Nach der Pleite in Trabzon hatte der Coach selbst mit deutlichen Worten für neue Unruhe gesorgt und unverhohlen seinen Abschied ins Spiel gebracht. „Ich habe weder das Trainingslager geleitet noch die Europapokal-Spiele bestritten. Ich habe einen fertigen Kader übernommen. Ich bezahle den Preis für eine Arbeit, für die ich zwar zuständig, aber nicht verantwortlich bin”, erklärte ein sichtlich frustrierter Yalçın und betonte: „Im Sinne des Vereins bin ich zum Rücktritt bereit.”

Angesichts dieser unmissverständlichen Signale soll in Kürze ein richtungsweisendes Gespräch zwischen der Klubführung und dem Meistertrainer stattfinden. In dieser Unterredung soll die endgültige Entscheidung über eine weitere Zusammenarbeit oder eine sofortige Trennung fallen. Die Szenarien liegen auf dem Tisch: Gibt es eine gemeinsame Zukunft oder endet Yalçíns Amtszeit vorzeitig?

Sollte die Ära Yalçın tatsächlich zu Ende gehen, haben die Schwarz-Weißen die Nachfolge offenbar bereits penibel vorbereitet. Der Fokus des Managements liegt dem Vernehmen nach eindeutig auf international erfahrenen Trainern aus dem Ausland. Ganz oben auf der Wunschliste steht Oliver Glasner. Der Österreicher betreut derzeit den englischen Premier-League-Klub Crystal Palace, mit dem er seit Februar 2024 unter Vertrag steht, und ist der absolute Wunschkandidat. Eine Offerte an den 49-Jährigen soll jedoch frühestens im Sommer realistisch sein.

Als prominenter Plan B wird Jindřich Trpišovský gehandelt. Der 50-jährige Tscheche ist seit 2018 eine Institution bei Slavia Prag, wo er für seine taktische Finesse bekannt ist. Er könnte einspringen, sollte ein Engagement Glasners an dessen vertraglicher Situation in England scheitern. Bei Beşiktaş steht jedenfalls eine Schicksalswoche bevor, die den Kurs des Vereins nachhaltig verändern könnte.