Wett-Skandal im türkischen Profifußball – Polizei nimmt Dutzende Vereinsfunktionäre fest

20.02.2026 – 11:00 Uhr

Im Rahmen einer groß angelegten Polizeiaktion gegen mutmaßliche illegale Wettaktivitäten im türkischen Profifußball wurden 32 Verdächtige festgenommen. Die Einsätze fanden zeitgleich in neun Provinzen, darunter Istanbul, Ankara und Izmir, statt. Ein weiterer Beschuldigter wird noch gesucht.

Laut der Staatsanwaltschaft richtet sich die Untersuchung gegen Funktionäre mehrerer Fußballvereine aus den professionellen Ligen. Ihnen wird vorgeworfen, während laufender Spiele Wetten platziert zu haben – teilweise auf Ergebnisse zugunsten gegnerischer Mannschaften oder auf spezielle Spielereignisse wie Tore.

Ermittlungen zu auffälligen Wettscheinen

Die Abteilung zur Bekämpfung von Finanzkriminalität der Istanbuler Polizei hatte im Auftrag der Staatsanwaltschaft Wettkonten analysiert. Dabei stießen die Behörden auf Funktionäre, die bei Partien ihrer eigenen Mannschaft auf als verdächtig eingestufte Optionen gesetzt haben sollen.

Im Fokus stehen Wetten auf den Spielverlauf, einzelne Spielerleistungen sowie Spielausgänge. Besonders belastend sei laut den Ermittlern, dass einige der Beschuldigten während der Begegnungen ihrer eigenen Teams auf den Gegner gesetzt haben sollen.

Durchsuchungen in mehreren Städten

Nach richterlichen Anordnungen durchsuchten Einsatzkräfte gleichzeitig 33 Adressen in Istanbul, Adana, Ankara, Antalya, Denizli, Giresun, Izmir, Konya und Muğla. Zunächst wurden 31 Personen festgenommen, später kam ein weiterer Verdächtiger hinzu. Eine Person ist weiterhin auf der Flucht.

Den Beschuldigten wird ein Verstoß gegen Artikel 11 des Gesetzes zur Verhinderung von Gewalt und Unregelmäßigkeiten im Sport vorgeworfen. Dieser betrifft unter anderem Spielmanipulation und unzulässige Einflussnahme durch finanzielle Anreize.

Fußball unter Beobachtung

Die Behörden sprechen von einem Verfahren, das in der Öffentlichkeit unter dem Stichwort „Wett- und Manipulationsaffäre im Fußball“ bekannt ist. Insgesamt haben die Ermittler 33 Personen mit entsprechenden Wettkonten identifiziert.