Vom Hobby zur Weltspitze: Cemile Aykoç holt ersten WM-Titel im Muay-Thai

18.09.2026 – 16:00 Uhr

Die türkische Muay-Thai-Nationalkämpferin Cemile Aykoç hat bei der Weltmeisterschaft im Kosovo in der Kategorie „U24 Frauen bis 63,5 Kilogramm” die Goldmedaille gewonnen. Für die 22-Jährige ist es der erste Weltmeistertitel ihrer Karriere.

Die in Manisa lebende Athletin studiert im zweiten Jahr Sportwissenschaften an der Celal-Bayar-Universität und kam durch ihre Klassenkameraden zum Kampfsport. Während ihrer Schulzeit begleitete sie ihre Mitschüler zunächst lediglich zu deren Muay-Thai-Trainingseinheiten. Dabei entwickelte sie jedoch rasch eigenes Interesse an der Sportart und begann, regelmäßig zu trainieren. Kurze Zeit später trat sie erstmals bei Wettkämpfen an.

Im Jahr 2021 wurde Aykoç in der Jugendkategorie erstmals türkische Meisterin. Ein Jahr später gelang ihr der Sprung in die Nationalmannschaft. Seither gehört sie ununterbrochen dem türkischen Aufgebot an und trägt jährlich das Trikot der Nationalmannschaft. Zu ihren bisherigen Erfolgen zählen unter anderem der Vize-Europameistertitel bei den Muay-Thai-Junioren im Jahr 2022, der Sieg beim Kickbox-Weltcup im selben Jahr sowie jeweils zweite Plätze bei den Muay-Thai-Weltmeisterschaften der U23 in den Jahren 2024 und 2025. Hinzu kommen drei Vize-Europameistertitel und drei Vizeweltmeisterschaften.

Bei der vom 1. bis 11. September in der kosovarischen Stadt Deçan ausgetragenen Weltmeisterschaft setzte sich Aykoç in ihrer Gewichtsklasse gegen ihre Konkurrentinnen durch und sicherte sich damit nach zuvor drei zweiten Plätzen bei Weltmeisterschaften erstmals den Titel. „Ich bin sehr glücklich, die türkische Hymne erklingen lassen zu haben”, sagte die Athletin. Als Grund für ihren Erfolg nannte sie diszipliniertes und regelmäßiges Training über einen längeren Zeitraum. Als nächstes Ziel gab sie an, das erreichte Niveau zu halten und sich weiter zu steigern.

Aykoç, die seit anderthalb Jahren als Einzelsportlerin aktiv ist, sprach sich zudem für eine stärkere Förderung von Sportlern aus. Sie sei eine individuelle Athletin aus Manisa, doch die Unterstützung müsse ihrer Ansicht nach größer ausfallen. Darüber hinaus empfahl sie insbesondere Mädchen, Kampfsportarten zu betreiben, um sich verteidigen zu können. Dies sei in der Türkei tatsächlich notwendig, denn Mädchen hätten diesbezüglich einen besonderen Bedarf, aber auch Jungen sollten Selbstverteidigung erlernen.