Historischer Triumph mit goldenem Nachspiel: Nach dem dramatischen 3:2-Finalsieg der türkischen Volleyball-Nationalmannschaft der Frauen gegen Italien bei der Europameisterschaft wird der historische Titelgewinn für die Spielerinnen nun auch finanziell vergoldet. Neben dem offiziellen Preisgeld des europäischen Verbandes winkt den Athletinnen laut nationaler Verordnung eine Prämie in schwindelerregender Höhe, die in Gold ausgezahlt wird.
Wie nach dem Titelgewinn bekannt wurde, erhält das Team für den Gewinn der kontinentalen Krone zunächst eine stattliche Summe vom Europäischen Volleyballverband (CEV). Für den ersten Platz ist ein Preisgeld von 500.000 Euro vorgesehen. Der unterlegene Finalist Italien erhält 250.000 Euro, der Drittplatzierte Serbien 150.000 Euro. Doch dies ist nur der Vorbote einer weitaus üppigeren Belohnung aus der Heimat.
Bis zu 150 Goldmünzen pro Kopf
Die eigentliche finanzielle Dimension des Triumphes offenbart ein Blick in die türkische Sportförderungsverordnung. Demnach wird der Gewinn der Europameisterschaft in einer olympischen Teamsportart der Erwachsenenklasse mit einer Sonderprämie honoriert, die sich an der türkischen Goldmünze „Cumhuriyet Altını” orientiert. Das Regelwerk sieht vor, dass jede Spielerin des siegreichen Teams mit bis zu 150 Cumhuriyet-Altın belohnt werden kann.
Angesichts des aktuellen Marktwerts einer Goldmünze von rund 44 773 Türkischen Lira erreicht die Prämie eine atemberaubende Summe. Rechnerisch entspricht die Maximalforderung pro Athletin einem Gegenwert von etwa 6,72 Millionen Lira. Hochgerechnet auf den gesamten 14-köpfigen Kader könnte sich die staatliche Gesamtprämie auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag summieren.
Ein rechtliches Schlupfloch für den Geldregen
Doch warum ist die Auszahlung der astronomischen Summen rechtlich sicher? Ein entscheidendes Detail in der Verordnung ermöglicht dies: Das Gesetz definiert die 150 Münzen nicht als festen Anspruch, sondern lediglich als Obergrenze („en fazla“). Die tatsächliche Höhe der Auszahlung kann also flexibel gehandhabt werden, orientiert sich in der Spitze jedoch an dieser Obergrenze.
Die Frequenz des Wettbewerbs spielt dabei ebenfalls eine Rolle. Da die Volleyball-Europameisterschaft in einem mehrjährigen Rhythmus stattfindet, ist die Auszahlung des vollen Satzes rechtlich gedeckt – anders als bei jährlich stattfindenden Events, bei denen nur ein Prozentsatz fällig würde.
Es könnte noch dicker kommen
Der klingende Lohn für den Finalkrimi von Brüssel dürfte mit dem CEV-Preisgeld und der staatlichen Goldprämie jedoch noch lange nicht ausgeschöpft sein. Es wird erwartet, dass der nationale Verband zusätzliche Erfolgsprämien ausschüttet. Auch Bonuszahlungen von Großsponsoren, die von der Strahlkraft des Europameistertitels profitieren, könnten die Konten der Volleyballerinnen weiter füllen.
Damit ist der Sieg gegen Italien nicht nur ein sportliches Denkmal, sondern auch eine der lukrativsten Punktlandungen in der Geschichte des türkischen Sports – ein Triumph, der sich für die Heldinnen vom Netz wortwörtlich in Gold aufwiegt.