Ein Elfmeterpfiff in der 117. Minute und ein Treffer in der zweiten Minute der Nachspielzeit entschieden das türkische Pokalviertelfinale zwischen Konyaspor und Fenerbahçe. Konyaspor bezwang den Favoriten aus Istanbul am Dienstagabend nach torlosen 90 Minuten in der Verlängerung mit 1:0 (0:0, 0:0) und zog damit in die Runde der letzten vier Teams der Ziraat Türkiye Kupası ein. Fenerbahçe schied dagegen überraschend aus dem Wettbewerb aus.
Die Partie, die über weite Strecken von taktischer Disziplin und wenigen Höhepunkten geprägt war, erreichte ihren explosiven Höhepunkt kurz vor dem Ende der Verlängerung. Nach einem Kopfball von Jevtović, den Fenerbahçe-Torhüter Ederson noch parieren konnte, blieb der Schiedsrichter-Assistent zunächst ruhig. Schiedsrichter Ozan Ergün ließ die Partie zunächst weiterlaufen, wurde jedoch vom Video-Assistenten (VAR) über einen möglichen Regelverstoß im Strafraum informiert.
Nach Ansicht der Videobilder entschied der Unparteiische auf Strafstoß. Grund war ein Halten von Fenerbahçe-Innenverteidiger Semedo gegen den Konyaspor-Angreifer Blaz Kramer im Fünfmeterraum, als dieser den Abpraller erreichen wollte. Den fälligen Elfmeter verwandelte Jevtović in der 120+2. Minute sicher zum umjubelten 1:0-Endstand. Die Entscheidung löste unmittelbar nach dem Abpfiff heftige Diskussionen auf dem Platz aus.
In seiner anschließenden Analyse stützte der ehemalige FIFA-Schiedsrichter und Fußballexperte Deniz Çoban die Entscheidung des Schiedsrichtergespanns. In seiner Kolumne erklärte Çoban, es habe sich um einen „klaren Elfmeter” gehandelt. „Semedo hält Kramer fest und bringt ihn zu Fall. Dass der VAR hier eingreift und den Schiedsrichter an den Monitor ruft, war eine präzise und notwendige Korrektur eines Fehlers auf dem Platz“, so Çoban.
Neben der spielentscheidenden Szene bewertete Çoban die Gesamtleistung des Unparteiischen als solide, monierte jedoch zwei verpasste Gelbe Karten. So hätte Konyaspor-Spieler Deniz in der 40. Minute nach einem Foul an Oosterwolde verwarnt werden müssen. Zum anderen sei das Unterbinden eines Konterangriffs durch ein Foul von Nagolo an Sidiki in der 57. Minute ebenfalls zwingend mit der Gelben Karte zu ahnden gewesen.
Die Forderung von Fenerbahçe nach einem Strafstoß nach einem Zweikampf zwischen Oğulcan und Kerem wertete Çoban hingegen als unbegründet. Die Entscheidung des Schiedsrichters, hier weiterspielen zu lassen, sei regelkonform gewesen. Für Fenerbahçe bedeutet das Ausscheiden einen empfindlichen Dämpfer in den nationalen Titelambitionen, während Konyaspor nun auf den Einzug ins Finale hoffen darf.