Türkischer Wettskandal: TFF leitet Disziplinarverfahren gegen über 200 Fußballprofis und Agenten wegen Wettbetrugs ein

08.01.2026 – 15:00 Uhr

ISTANBUL – Die Türkische Fußballföderation (TFF) hat am 7. Januar über 200 Personen aus dem Profi-Fußball zur Disziplinarkommission geschickt, nachdem sie gegen Wettregeln verstoßen haben. Die Maßnahme ist Teil einer groß angelegten Untersuchung, die den türkischen Profifußball erschüttert.

Konkret wurden 108 Trainer und 104 Spieleragenten gemeldet. Unter den Betroffenen befinden sich bekannte Trainer wie Mehmet Altıparmak und Hakan Keleş, ehemalige Erstliga-Spieler Sercan Yıldırım, Gökhan Ünal und Murat Hacıoğlu sowie Cenk Ergün, ehemaliger Fußball-Direktor bei Galatasaray.

Laut TFF haben Trainer während ihrer Tätigkeit in Profi-Ligen Wetten abgeschlossen, während Agenten auf Spiele gesetzt haben, während sie offiziell bei der Föderation registriert und aktiv im Fußball tätig waren.

Der Fall nahm seinen Anfang, als TFF-Präsident İbrahim Hacıosmanoğlu im Oktober öffentlich erklärte, dass hunderte Schiedsrichter Wettkonten besitzen und aktiv spielen würden. Dies wurde als Hinweis für eine umfangreiche Untersuchung durch Fußballbehörden und Staatsanwälte gewertet.

In der ersten Phase wurden im November acht Personen festgenommen, darunter Eyüpspor-Präsident Murat Özkaya und die Schiedsrichter Erkan Arslan, Nevzat Okat und Yakup Yapıcı.

Im Rahmen der Disziplinarmaßnahmen wurden 149 Schiedsrichter mit Sperren zwischen 8 und 12 Monaten belegt. Anschließend wurden 102 Spieler für wettbezogene Verstöße mit Sperren von 45 Tagen bis 12 Monaten belegt.

Auch prominente Persönlichkeiten waren betroffen: Unter den Verhafteten im Dezember waren Galatasaray-Verteidiger Metehan Baltacı, Fenerbahçe-Mittelfeldspieler Mert Hakan Yandaş und Ex-Präsident von Adana Demirspor, Murat Sancak. Weitere Festnahmen betrafen Spieler, Vereinsbesitzer und Präsidenten wie Alassane Ndao (Konyaspor), Ahmet Okatan (Ankaraspor) und Mehmet Emin Katipoğlu.

Den Betroffenen wird vorgeworfen, auf Spiele ihrer eigenen Teams gewettet zu haben. Für 19 Personen, darunter Schiedsrichter Zorbay Küçük, wurden gerichtliche Kontrollmaßnahmen wie Reiseverbote und Meldeauflagen verhängt.