Türkischer Verbandspräsident schließt Trainerentlassung nach WM-Aus aus

24.06.2026 – 14:00 Uhr

Nach dem historischen Scheitern der türkischen Nationalmannschaft in der WM-Vorrunde hat Verbandspräsident Ibrahim Haciosmanoğlu eine schnelle Trainerentlassung kategorisch ausgeschlossen. Ungeachtet der massiven öffentlichen Kritik sicherte der Funktionär Vincenzo Montella am Montag das volle Vertrauen zu.

Die erste WM-Teilnahme seit fast einem Vierteljahrhundert hatte in der Heimat eine Welle der Euphorie ausgelöst. Diese ist nach nur zwei Spielen tiefer Ernüchterung gewichen. Auf die 0:2-Auftaktniederlage gegen Australien folgte trotz langer numerischer Überzahl ein blamables 0:1 gegen Paraguay. Das abschließende Gruppenspiel gegen Gastgeber USA in der Nacht auf Freitag ist damit sportlich wertlos.

Die Wut der Fans und Experten entlud sich umgehend über dem italienischen Coach. Haciosmanoğlu erteilte jedoch allen Spekulationen um eine Trennung eine deutliche Absage. „Wir werden sowohl zum Trainer dieser Mannschaft als auch zu den Spielern stehen. Das hier ist kein Verein“, stellte der Verbandschef klar. Im Klubfußball komme es gerade wegen mangelnder Kontinuität zu Misserfolgen. „Man kann hier nicht einfach 15 Spieler wegschicken und 15 neue holen. Wir tauschen niemals diejenigen, mit denen wir gemeinsam den Weg gegangen sind, gegen andere ein, die wir unterwegs treffen.“

Anstelle eines Scherbengerichts bemühte der Präsident eine langfristige Perspektive. Er verwies auf die erfolgreiche Qualifikation für das Turnier in Übersee als Teil eines größeren Prozesses. „Man kann den Trainer nicht entlassen und einen neuen holen. Man kann den Vorsitzenden nicht abberufen und einen neuen einsetzen“, so Haciosmanoğlu mit Blick auf die bevorstehende EM 2028 und fügte hinzu: „Diese Männer werden uns wieder dieselben Erfolge bescheren.“ Zuvor soll im Duell mit den USA zumindest noch ein versöhnlicher Turnierabschluss gelingen.