Knapp vier Wochen vor Anpfiff der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 hat der türkische Nationaltrainer Vincenzo Montella seinen vorläufigen Kader präsentiert und damit für Gesprächsstoff gesorgt. In der Liste mit 35 Namen mischen arrivierte Weltstars mit jungen Akteuren, die auf der ganz großen Bühne bislang kaum bekannt sind.
Das Turnier, das vom 11. Juni bis zum 19. Juli in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen wird, wirft seine Schatten voraus. Montella setzt in seinem erweiterten Aufgebot auf einen bewussten Mix: Die unverzichtbaren Leistungsträger wie Kapitän Hakan Çalhanoğlu (Inter Mailand), das Offensiv-Juwel Arda Güler (Real Madrid) und Juventus-Profi Kenan Yıldız sind selbstverständlich dabei. Auch Abwehrchef Merih Demiral (Al-Ahli) und der formstarke Ferdi Kadıoğlu (Brighton) sind dabei.
Für Aufsehen sorgen indes die Berufungen einiger junger Kräfte. Spieler wie der 20-jährige Mittelfeldspieler Demir Ege Tıknaz (SC Braga), der Stürmer Deniz Gül (FC Porto) und der erst kürzlich nach Saudi-Arabien gewechselte Verteidiger Yusuf Akçiçek (Al-Hilal) erhalten die Chance, sich auf der internationalen Bühne zu beweisen. Damit signalisiert Montella deutlich, dass er gewillt ist, den Generationswechsel im Nationalteam voranzutreiben, ohne die erfahrene Achse zu opfern.
Im Tor vertraut der italienische Coach auf Altay Bayındır (Manchester United), Uğurcan Çakır (Galatasaray) und Mert Günok (Fenerbahçe), ergänzt durch Ersin Destanoğlu und Muhammed Şengezer. In der Defensive zählen neben dem zurückgekehrten Ozan Kabak (Hoffenheim) auch der formschwankende Çağlar Söyüncü sowie Abdülkerim Bardakcı zum Stamm der Mannschaft.
Der noch in der Schwebe hängende Status von Hakan Çalhanoğlu birgt eine potenzielle Schockstarre für die Fans. Zwar steht der Mittelfeldstratege im erweiterten Kader, doch lassen Spekulationen über eine hartnäckige Verletzung oder Formprobleme beim Champions-League-Sieger Inter Interpretationsspielraum. Offizielle Angaben zu etwaigen Blessuren machte der Verband nicht.
Im Sturm tummeln sich hinter den gesetzten Kräften zahlreiche Hochkaräter: Neben Kerem Aktürkoğlu und İrfan Can Kahveci hoffen auch Barış Alper Yılmaz sowie die belgischstämmigen Aral Şimşir und Yunus Akgün auf ein Ticket für Amerika. Das Ringen um die vorderen Plätze gilt als entscheidende Knacknuss für den finalen 23-Mann-Kader.
In den kommenden Tagen bezieht die Mannschaft ein Vorbereitungscamp. Nach internen Testspielen und einer genauen Leistungsdiagnostik muss Vincenzo Montella die Liste drastisch zusammenstreichen und der FIFA die endgültige Meldung übermitteln. Spätestens dann wird sich zeigen, ob er sich wirklich für den riskanten Weg mit der Jugend entscheidet oder letztlich doch auf das bewährte Personal setzt.
