Ein Sieg, der sich wie eine Niederlage anfühlt: Hesap.com Antalyaspor musste trotz eines 1:0-Heimerfolgs gegen Kocaelispor am letzten Spieltag der Süper Lig den Gang in die zweite Liga antreten. Weil die Konkurrenz im Tabellenkeller parallel punktete, war der eigene Sieg wertlos. Die Enttäuschung auf den Rängen schlug unmittelbar nach dem Abpfiff in offene Wut gegen die Vereinsführung um.
Die akustische Kulisse im Stadion wechselte binnen Sekunden von letzter Anfeuerung zu kollektiver Fassungslosigkeit. Augenzeugen berichteten, dass zahlreiche Fans auf den Tribünen ihren Tränen freien Lauf ließen. Diese tiefe Trauer kanalisierte sich rasch in lautstarkem Protest: Vor dem Stadion versammelte sich eine aufgebrachte Menge und skandierte minutenlang „Yönetim istifa” – „Vorstand, tritt zurück”. Die Kritik richtete sich dabei in erster Linie gegen Klubpräsident Rıza Perçin und dessen Führungsriege. Den Verantwortlichen wird aufgrund von Managementfehlern über die gesamte Saison hinweg die Hauptschuld am sportlichen Kollaps zugeschrieben.
Die Polizei reagierte auf die eskalierende Stimmung mit erhöhter Präsenz, um die Lage vor dem Stadion zu kontrollieren. Zu gewalttätigen Ausschreitungen zwischen der erbosten Fangemeinde und den Sicherheitskräften kam es nach offiziellen Angaben indes nicht. Gleichzeitig verlagerte sich der Protest massiv in die digitale Welt, wo unzählige wütende Kommentare die sofortige Ablösung der gesamten Klubspitze forderten. Der bittere sportliche Abstieg bedeutet für den Traditionsverein aus der Tourismusmetropole einen dramatischen sportlichen und personellen Scherbenhaufen.