Triumphfahrt zum Mausoleum: Radsportrennen endet vor Atatürks letzter Ruhestätte

04.05.2026 – 16:00 Uhr

Ein königliches Finale vor der „Stele der Ewigkeit“: Die 61. Presidential Tour of Türkiye hat am Samstag mit einem symbolträchtigen Schlussakt in Ankara Geschichte geschrieben. Erstmals seit 26 Jahren endete das wichtigste Radrennen des Landes wieder in der Hauptstadt, und zwar in der Nähe des Anıtkabir-Mausoleums, der letzten Ruhestätte von Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk.

Auf dem 108,4 Kilometer langen achten und finalen Teilstück kämpfte sich das Peloton am 3. Mai durch das politische Herz der Türkei. Die Strecke führte die Fahrer dabei nicht nur am Mausoleum vorbei, sondern auch durch das weitläufige Gelände des Präsidentenkomplexes. Die Rückkehr nach Ankara sei eine bewusste Machtdemonstration des Sports, so die Organisatoren. Sie unterstreiche die institutionellen Wurzeln der Tour, die seit 1963 als Aushängeschild der Republik gilt.

Wegen des Rennens legten die Behörden weite Teile des Stadtzentrums lahm. Zahlreiche Hauptverkehrsadern wurden temporär gesperrt und der öffentliche Nahverkehr musste umgeleitet werden.

Bereits am Vortag hatte der Italiener Davide Ballerini vom kasachischen Rennstall XDS Astana die letzte sportliche Vorentscheidung getroffen. Er gewann das siebte und vorletzte Teilstück über 152,8 Kilometer durch Antalya in 3:19:41 Stunden und sicherte sich damit das Grüne Trikot der Sprintwertung. Hinter ihm platzierten sich der Pole Marceli Bogusławski und der Belgier Tom Crabbe.

Die achttägige Odyssee begann am 26. April im ägäischen Urlaubsort Çeşme. Auf ihrer 1.133 Kilometer langen Reise durchquerten die 161 Fahrer aus 27 Nationen eine Postkartenkulisse, die von den Küstenmetropolen Aydın, Marmaris und Fethiye bis zu den antiken Stätten von Patara führte. Die Tour, die als einziges türkisches Rennen zur hochkarätigen UCI-ProSeries zählt, verfolgt dabei stets zwei Ziele: Hochleistungssport und globale Werbung für die touristischen Reize zwischen Ägäis und Mittelmeer.

Mit 23 Teams war die diesjährige Ausgabe einer der am stärksten besetzten internationalen Wettbewerbe in der Geschichte der Rundfahrt.